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Anlieger stellen sich quer

Pappelweg Anlieger stellen sich quer

Das Schreiben von der Stadt kam für Lisa Tiedemann wie aus heiterem Himmel. Sie soll die 80 Jahre alte Hecke an der Rückseite ihres Grundstückes am Pappelweg in Hassee bis zum 30. September auf ihr Land versetzen. Die Begründung der Verwaltung: Die Hecke steht auf städtischem Gelände und beeinträchtigt erheblich die Durchgangsbreite des Wegs, der hinter dem Grundstück verläuft.

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Lisa Tiedemann am Gitterzaun, den die Stadt Anfang der Woche montieren ließ. Sie findet: Das Metallteil ist in der Dunkelheit gefährlich für Radfahrer. Links im Hintergrund ist die 80 Jahre alte Hecke zu sehen, die die Anwohner des Pappelwegs versetzen sollen.

Quelle: Frank Peter

Kiel.  Nicht nur Lisa Tiedemann bekam den Brief mit der Aufforderung, sondern auch andere Nachbarn. Es geht um insgesamt 80 Meter alten Bewuchs. Die Anwohner wollen das nicht hinnehmen und reagierten mit Widerspruch. Lisa Tiedemann sieht ein, dass die Hecke auf städtischem Grund steht. „Ich habe sie aber nicht gepflanzt. Das Umsetzen einer so alten Hecke ist unmöglich und de facto die Aufforderung zum völligen Entfernen“, sagte die Hasseerin. Nach den gesetzlichen Vorschriften sei es vom 15. März bis zum 30. September grundsätzlich verboten, Hecken abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen. „Aus rein rechtlichen Gründen kann ich dieser Aufforderung nicht nachkommen“, sagte Tiedemann. Zudem würde sie einen wichtigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen zerstören, wenn sie die Hecke entferne. Auch Heinz Bünning hat den Brief bekommen und kann nur den Kopf schütteln. „Die Siedlung wurde 1936 gebaut und in der Zeit die Hecke gepflanzt. Als ich als Kind hier gespielt habe, gab es die grüne Grenze schon“, erzählt der 81-Jährige, der ebenfalls Widerspruch eingelegt hat. „Bei mir ragt der Bewuchs nur 30 Zentimeter in den öffentlichen Raum. Das werde ich nicht hinnehmen.“

 Die städtische Aufforderung stammt vom 11. August. Die Anwohner haben ihre Widerspruchsschreiben am 26. August abgeschickt – und von der Stadt seitdem nichts mehr gehört. Lisa Tiedemann und ihre Mitstreiter halten zudem die Begründung für unsinnig, dass das Amt für Kinder- und Jugendeinrichtungen erhebliche Schwierigkeiten habe, den Kinderspielplatz durch den Zugang „Weg zum Krummbogen“ zu erreichen. Der Pfad soll jetzt für Fahrzeuge auf einer Breite von drei Metern neu geschottert werden. Bisher sind die Mitarbeiter für Reparaturen und neuen Sand immer über den Pappelweg zu der Freizeiteinrichtung gefahren. An der Seite gibt es auch ein Gatter. Nun baut dort aber ein privater Investor den Bunker zu Wohnungen um und plant Parkplätze an dem kleinen Verbindungsweg. Prompt hat die Stadt Anfang der Woche an die Spielplatzgrenze einen Gitterzaun gesetzt, der über einen Meter in den Weg hineinragt und eine massive Gefahr für Radfahrer darstellt. Außerdem steht das feste Gestell direkt vor dem Gatter und blockiert so die Zufahrt zu Schaukel und Sandkiste – in nur 20 Meter Entfernung vom Pappelweg.

 Dabei habe Investor Henning Spieler der Stadt angeboten, auf eine Ecke seines Grundstückes zu verzichten, damit die städtischen Wagen auf kurzem Weg den Spielplatz erreichen können. „Doch das hat die Behörde abgelehnt, weil doch jetzt schon alles vermessen sei“, sagte Tiedemann. Wie sie kann auch Jana Holzappel die Aktion der Verwaltung nicht begreifen. „Jetzt will die Stadt den mit mehr als 80 Meter deutlich längeren Weg vom Krummbogen aus zum Spielplatz fahren, obwohl es vom Pappelweg ohne Probleme möglich ist“, sagte sie: „Hinter unseren Grundstücken entlang.“ Die Verwaltung teilte Donnerstag mit, dass das Widerspruchsschreiben der Anwohner eingegangen ist. Sie will am Freitag dazu Stellung nehmen.

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