27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Hoffnung für die alte Hecke

Pappelweg Hoffnung für die alte Hecke

Im Hecken-Streit am Pappelweg in Hassee bahnt sich eine Versöhnung an. Nachdem Anwohner gegen die Anordnung der Stadt Widerspruch eingelegt hatten, lenkt die Verwaltung ein und will Alternativen prüfen. Die Behörde hatte zunächst gefordert, dass die Anwohner eine 80 Jahre alte Hecke bis zum 30. September versetzen sollen.

Voriger Artikel
Gealtert – und im Viertel geblieben
Nächster Artikel
Am Ende profitieren alle davon

Lisa Tiedemann und andere Anwohner aus dem Pappelweg wurden von der Stadt angewiesen, ihre alten Hecken zu versetzen.

Quelle: Frank Peter

Kiel.  Wäre das nicht passiert, hätte die Stadt den Bewuchs im Oktober entfernt. Das Thema wird auf KN-Online kontrovers diskutiert. Die Stadtverwaltung äußerte jetzt in einer schriftlichen Mitteilung Verständnis für den Wunsch der Anwohner, die Hecke zu erhalten. „Wir werden prüfen, ob die zum Austausch des Sandes erforderliche Zufahrt zum Spielplatzgelände auf andere Weise hergestellt werden kann, ohne dass die Hecke entfernt werden muss“, sagte Joachim Kläschen vom Presseamt. Dabei werde die Verwaltung auch das Gespräch mit den Betroffenen suchen. Bis es hier zu einer abschließenden Entscheidung komme, müsse die Hecke nicht versetzt oder entfernt werden, heißt es in der Stellungnahme.

 „Wir sind zufrieden mit der Reaktion der Stadt“, sagte Lisa Tiedemann stellvertretend für die Anwohner am Pappelweg. Das sei genau das, was dort alle wollten: „Es ist gut, dass wir uns auf Augenhöhe zusammensetzen und gemeinsam nach einer guten Lösung suchen, die für alle akzeptabel ist“, sagte Tiedemann.

 Der Hintergrund: Die Menschen am Pappelweg verstehen zwar, dass die 80 Jahre alte Hecke auf städtischem Grund wächst. Doch weder Tiedemann noch ihre Nachbarn haben die grüne Grenze gepflanzt. Sie argumentierten, dass das Umsetzen einer so alten Hecke unmöglich sei und de facto die Aufforderung zum völligen Entfernen ist. Gerade das aber bis zum 30. September gesetzlich verboten.

 Zudem sei der Bewuchs ein wichtiger Lebensraum für Tiere und Vegetation, betonten die Anwohner. Als unsinnig empfinden sie ebenfalls, dass die Verwaltung statt über die etwa 20 Meter lange Zufahrt vom Pappelweg vom Krummbogen aus mit ihren Wagen zum Spielplatz fahren will – direkt hinter den Grundstücken der Betroffenen entlang. Dabei hatte der Investor, der den Bunker zu Wohnungen ausbaut, der Stadtverwaltung mitgeteilt, dass er auf einen Teil seines Grundstückes verzichte, damit die städtischen Wagen vom Pappelweg zu Schaukel und Sandkiste kämen.

 Die Meinungen der Leser zu diesem Thema auf unserer Internetseite gehen auseinander: „Schreiber“ aus unserem Forum meinte, dass öffentlicher Lebensraum der Allgemeinheit diene und nicht den Liebhabern einer solchen alten Hecke. Er fordere die Stadt auf, standhaft zu bleiben und zur Not die Hecke auf Kosten der Anwohner zu versetzen. Das findet auch „omsk“: In der Tat solle hier ein Exempel statuiert werden. Neben den Rodungs- und Entsorgungskosten sei natürlich auch die Pacht für 80 Jahre widerrechtlicher Nutzung städtischen Eigentums zu entrichten.

 Für „Grins“ hingegen ist das Vorgehen der Stadt geradezu lächerlich: Erst werde fast ein Jahrhundert lang nichts seitens der Stadt unternommen, und dann solle binnen einer kurzen Frist diese Hecke umgepflanzt werden. Innerhalb der Wachstumszeit sei das ohnehin unzulässig.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Günter Schellhase
Digitale Angebote

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3