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Todeskino: Ein Baustein für die neue Innenstadt

Erweiterung des Rathauses Todeskino: Ein Baustein für die neue Innenstadt

Noch gibt es keinen Vertrag. Aber die Eckdaten für die Erweiterung des Rathauses in Kiel sind in einer Absichtserklärung (Letter of Intent) bereits ausgehandelt. Jetzt hat die Politik das Wort. Im KN-Interview äußert sich Bürgermeister Peter Todeskino zu den Plänen.

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Bürgermeister Peter Todeskino hat vom Rathausturm einen prächtigen Blick auf den Innenhof des Rathauses und den angrenzenden Gebäudekomplex der Kieler Nachrichten (rechts oben im Bild). In einem Neubau auf dem nicht genutzten Teil könnten wichtige Bereiche der Verwaltung gebündelt werden.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. In der Bauausschusssitzung am 14. April stehen die Pläne samt Auftrag an die Stadtverwaltung, die Absichtserklärung zu unterzeichnen, zur Diskussion. Der endgültige Beschluss soll in der Ratsversammlung am 19. Mai fallen. Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne), als Dezernent für Stadtentwicklung zuständig für das Projekt, begründet die Notwendigkeit der Erweiterung mit zusätzlichen Aufgaben und dem Wachstum der Stadt.

Wieso reichen die bisherigen Räumlichkeiten nicht aus? Schließlich wurde bereits vor etlichen Jahren die frühere Oberpostdirektion an der Andreas-Gayk-Straße zum Neuen Rathaus umgebaut.

Die Verwaltung musste sich in den letzten Jahren personell verstärken. Allein in diesem Jahr sind 275 zusätzliche Stellen eingeplant worden. 120 Stellen werden von Mitarbeitern der zentralen Verwaltung besetzt. Dafür brauchen wir zusätzliche Büros. Zudem residieren Ämter in verstreut angemieteten Büroflächen im Stadtgebiet. Durch die Projektentwicklung der Kieler Nachrichten wird die Möglichkeit eröffnet, bürgerfreundlich Arbeitsbereiche zu konzentrieren, und es ergibt sich auch die Chance, Abteilungen und Verwaltungseinheiten sinnvoll zusammenzuführen.

Altes Rathaus, Neues Rathaus – entsteht mit dem Projekt womöglich ein drittes Rathaus?

5400 Quadratmeter Bürofläche – das ist schon ein Pfund. Aber ob die Ausmaße dann so gewichtig sind, dass man von einem weiteren Rathaus sprechen kann, wage ich zu bezweifeln. Rathaus bleibt Rathaus. Das KN-Areal bietet die einmalige Möglichkeit, das Stadtarchiv zentral in der früheren Rotationshalle unterzubringen. Damit entstünde dort ein wichtiger Anlaufpunkt für die Bürger.

Versprechen Sie sich mehr Bürgernähe durch die Anmietung in direkter Nachbarschaft?

Ich halte die Konzentration von Flächen am Rathaus für richtig, damit die Bürgerinnen und Bürger kurze Wege zu unterschiedlichen Anlaufpunkten der Stadtverwaltung erhalten.

Der Innenstadt steht in den nächsten Jahren durch Investitionen wie etwa in den Kleinen-Kiel-Kanal, das neue Geschäftshaus anstelle von Woolworth oder das Schlossquartier ein großer Wandel bevor. Wie ordnen Sie das Projekt in diese Entwicklung ein?

Das Projekt wäre ein weiterer Baustein, um den Rahmenplan „Perspektiven für die Kieler Innenstadt“ zu erfüllen. Im KN-Areal kann ein vitales, gemischt genutztes Stadtquartier mit Wohnungen in den Obergeschossen entstehen. Damit gehen wir unseren Weg weiter, das Wohnen in die City zurückzuholen und Lebensraum für Menschen in der Innenstadt entstehen zu lassen. Unbestreitbar ist doch, dass die bisherige Fläche, so wie sie sich derzeit darstellt, eine Gewerbebrache in einer zentraler Lage unserer City ist. Solche Flächen dürfen nicht ungenutzt bleiben.

Wie können Sie die Erweiterung angesichts der Ebbe in der Stadtkasse umsetzen?

Gerade, weil wir nicht selbst bauen, sondern zu noch zu verhandelnden Mietkonditionen Flächen erhalten, ist dies möglich. Die Verwaltung platzt räumlich aus allen Nähten, auch weil die Verwaltung viele neue Aufgaben bekommen hat und Kiel eine wachsende Stadt ist. Wenn es uns also gelingt, mit den KN eine wünschenswerte städtebauliche Entwicklung anzustoßen, ist das gut für die Landeshauptstadt und gut für die Innenstadt.
 

Das Interview führte Martina Drexler

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