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Mammutprozess auf der Kippe

Pfandleihhaus-Raub Mammutprozess auf der Kippe

Nach dem überraschenden Schuldeingeständnis des Haupttäters gegenüber dem Opfer des Kieler Pfandhausraubes nahm der Mammutprozess gegen zwölf Litauer, den das Landgericht aus Platzgründen in Schleswig führt, richtig Fahrt auf.

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Der Mammutprozess gegen eine osteuropäische Räuberbande, der aus Platzgründen in Schleswig stattfinden muss, läuft erneut Gefahr, an einem Formfehler zu scheitern.

Quelle: dpa

Schleswig/Kiel. Doch nun steht der schon einmal nach einer Besetzungsrüge geplatzte Prozess erneut wegen eines Formfehlers auf der Kippe. Wie ein Sprecher des Kieler Landgerichts auf Nachfrage bestätigte, beantragten mehrere Verteidiger die Aussetzung der Verhandlung. Begründung: Vor dem gewohnten Verhandlungssaal der 7. Großen Strafkammer in Kiel fehle ein Aushang, der die Öffentlichkeit auf die auswärts geführte Sitzung hinweist.

 Dies hatte ein von der Verteidigung entsandter Kanzleimitarbeiter bemerkt, der am vergangenen Freitag die Flure des Landgerichts am Schützenwall kontrollierte. Dort wurde der Spion fündig, indem er nichts fand: Kein Zettel verwies auf die Sitzung der Kammer in den Schleswiger Verwaltungsgerichten.

Müssen Sitzungstage wiederholt werden?

 Der Vorsitzende Richter holte auf die Rüge hin umgehend Stellungnahmen der zuständigen Wachtmeister ein. Ergebnis: Tatsächlich fehlte um 12.40 Uhr der übliche Hinweis im Glaskasten mit den Namen der Angeklagten und den Angaben über Datum, Aktenzeichen und das zuständige Gericht. Bei weiteren Prozesstagen war man sich unsicher.

 Über die Konsequenzen herrscht Uneinigkeit. „Kein Problem“ sehen die Staatsanwälte, könne sich doch jeder Besucher am Eingangstresen des Landgerichts informieren. Doch die Mehrzahl der Verteidiger geht davon aus, dass sämtliche von dem Mangel betroffenen Sitzungstage seit Anfang November wiederholt werden müssen.

 Dass der extrem aufwändige und teure Mammutprozess noch einmal ganz von vorne aufgerollt werden muss, will noch niemand glauben. Mehrere Verteidiger unterstützten einerseits den Antrag, betonten auf Nachfrage aber auch ihren Respekt gegenüber der souveränen Verhandlungsführung des Vorsitzenden Richters Carsten Tepp. Der will spätestens bei der Fortsetzung am Freitag mitteilen, wie es in Schleswig weitergehen soll.

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