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Die Fronten bleiben verhärtet

Pferde in Hammer Die Fronten bleiben verhärtet

Der Fall des Pferdehalters Jürgen Brede zieht politische Kreise. Wie berichtet, hat der Rentner aus Hammer schon seit 1976 auf städtischem Pachtland neben seinem eigenen Grundstück Pferde untergebracht. Darüber muss wohl die Ratsversammlung entscheiden. Dass Jürgen Brede das eigentlich nicht darf, entspricht immerhin bereits seit 1989 der Beschlusslage.

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Warm und trocken haben es die Pferde in Jürgen Bredes Stall. Ob sie dort bleiben dürfen, ist nach wie vor offen.

Quelle: Martin Geist

Russee/Hammer/Demühlen. Damals brachte die Stadt ein Extensivierungsprogramm auf den Weg, um gar zu einseitige und starke Belastungen ihrer Grünflächen zu unterbinden. Für ihn gelte das nicht, betont allerdings Brede. Bereits 1990 habe man sich mit dem damaligen Bürgermeister Wolfgang Hochheim auf eine weitere Pferdehaltung geeinigt.

Das Problem ist nur, dass kein einziges Dokument im Rathaus diese Einigung belegt und der ehemalige Bürgermeister inzwischen verstorben ist. Jedoch gebe es „genügend Zeitzeugen“, die Bredes Darstellung bestätigen können, versicherte der Russeer Herbert Schramm am Dienstagabend im Ortsbeirat. Und außerdem, so wetterte Schramm, der sich mit einer Unterschriftensammlung für den Pferdefreund starkgemacht hatte, könne man „einen Rentner nicht holterdiepolter vom Grundstück jagen“.

 Zwei Vertreter der Stadt waren ebenfalls in der Sitzung anwesend und stellten die Sache anders dar. „Das ist eine Fläche, die für einen bestimmten Zweck verpachtet ist und anders genutzt wird“, verweisen sie auf die formale Seite. Zudem sei die Haltung von gleich sieben Pferden auf nur etwa 2000 Quadratmetern Fläche von der Sache her problematisch und komme einer eindeutigen Übernutzung gleich.

 Weil sich Stadt und Betroffener in diesem Streit seit Monaten nicht einigen können, hat die Verwaltung jetzt den Innen- und Umweltausschuss ins Spiel gebracht. Der soll darüber beraten, ob weiter an den Grundsätzen von 1989 festgehalten wird oder eine neue Linie eingeschlagen werden soll. Die Verwaltung schlägt dabei vor, am Status quo festzuhalten, wonach die Flächen in ihren „Ursprungszustand als Grünland“ zurückversetzt werden sollen.

 Der Ortsbeirat jedoch zeigt Verständnis für den Pferdehalter. Er bittet den Ausschuss, den 26 Jahre alten Beschluss „zu überdenken“ und „eine Entscheidung zu treffen, die die Interessen der Pferdehalter in Hammer berücksichtigt“.

 Beraten wird der Innen- und Umweltausschuss am Donnerstag, 5. November, um 17 Uhr im Ratsherrenzimmer des Kieler Rathauses. Doch eine Entscheidung fällt dann voraussichtlich nicht. Nach Einschätzung von CDU-Ratsherr Michael Frey spricht viel dafür, dass die Angelegenheit an die Ratsversammlung überwiesen wird.

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