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Pflegekräfte demonstrieren

Kiel Pflegekräfte demonstrieren

Alten- und Krankenpflegekräfte wollen am Dienstag am bundesweiten Aktionstag Pflege in Kiel für mehr Personal demonstrieren. Der Gesetzgeber muss festlegen, wie viel Personal mindestens notwendig ist, um alte und kranke Menschen angemessen zu versorgen, fordert die Gewerkschaft Verdi als Initiator der Demonstration. Ab 16 Uhr ist in der City mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

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Alten- und Krankenpflegekräfte wollen am Dienstag am bundesweiten Aktionstag Pflege in Kiel für mehr Personal demonstrieren.

Quelle: Peter Steffen/dpa

Kiel. Bundesweit fehlen laut Verdi 162000 Stellen in der Pflege. „Personal- und Zeitmangel prägen den Alltag in vielen Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Diesen Mangel können die Beschäftigten auch mit ihrem großen Engagement nicht ausgleichen“, sagt Christian Godau von Verdi. Bereits vor Jahren hatte ein Pilotprojekt in Schleswig-Holstein ergeben, dass in der Altenpflege fast 25 Prozent zu wenig Kräfte tätig sind, um Heimbewohner nach ihren individuellen Bedürfnissen zu pflegen und ihre Kompetenzen zu fördern oder zumindest zu erhalten.

Eine Zahl, die sich mit den Ergebnissen einer Verdi-Befragung unter 200 Kliniken vor zwei Jahren und einer aktuellen Umfrage zur Nachtbesetzung von Krankenhausstationen deckt. „Es kommt immer wieder vor, dass nur eine examinierte Kraft auf der Station ist und ein Springer, der zwischen mehreren Stationen hin- und herläuft, wobei der Springer oft von einer Fremdfirma kommt und damit häufig mit Patienten und Verhältnissen vor Ort nicht so vertraut ist wie das Stammpersonal“, betont Godau. Neben gesetzlichen Mindestpersonalstärken geht es bei der Protestaktion aber auch um die zunehmende Ausgliederung von Mitarbeitern etwa im Service und um die ungleiche Bezahlung in der Altenpflege. Ursache: Immer mehr private Anbieter zahlen nicht mehr nach Tarif. Folge: Altenpflegerinnen arbeiten zum Teil 20 Prozent unter Tariflohn. „Das ist nicht nur kontraproduktiv für den Beruf, für den wir künftig noch viel mehr Menschen begeistern müssen. Das schadet auch Trägern wie Awo und DRK, die Tariflöhne zahlen und dadurch wirtschaftliche Nachteile haben. Wir hoffen deshalb, dass uns auch Bürger bei der Demonstration unterstützen“, sagt Godau. Die startet um 16 Uhr auf dem Asmus-Bremer-Platz, führt dann zum Bahnhof und über Sophienblatt, Ring- und Hopfenstraße zum Exerzierplatz, über den Knooper Weg zum Dreiecksplatz und über die Holstenbrücke zurück zum Asmus-Bremer-Platz.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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