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Städtisches muss Stationen schließen

Pflegekräftemangel Städtisches muss Stationen schließen

Der Mangel an Pflegepersonal und hohe Krankenstände zwingen das Städtische Krankenhaus Kiel (SKK) zu drastischen Schritten: Zwei Stationen sind zurzeit geschlossen. „Das haben wir in dieser Ausprägung bisher nicht erlebt", sagte am Freitag der Ärztliche Direktor des SKK, Dr. Andreas Hückstädt.

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20 Planstellen für Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger sind unbesetzt, nun kommen unerwartet hohe Krankenstände hinzu: Im Städtischen Krankenhaus Kiel sind zurzeit zwei Stationen geschlossen.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Seit Freitag und noch bis zum 17. August werde die Station M31 der 3. Medizinischen Klinik geschlossen. Die Patienten werden nach Angaben des SKK auf den anderen internistischen Stationen M32 und M33 der 3. Medizin versorgt.

Geplant für den gesamten August, wird die chirurgische Station CH2 mit der internistischen Station M12 der 1. Medizinischen Klinik zusammengelegt. Der Ärztliche Direktor des SKK, Dr. Andreas Hückstädt erklärte, die ärztliche Versorgung sei gesichert, die Engpässe beträfen das Pflegepersonal. „Wir haben einen immens hohen Krankenstand, darunter Langzeitkranke, den wir so nicht erwartet haben.“

Durch Schließung und Zusammenlegung fallen zurzeit 30 Betten weg. Die Aufnahme von Notfallpatienten sei nicht beeinträchtigt. Es würden keine Patienten abgewiesen. Auf der M12 werden für die Dauer der Maßnahmen je 15 chirurgische und internistische Patienten von dem jeweiligen Fachpersonal versorgt.

20 Planstellen in der Pflege nicht besetzt

„In jeder Schicht ist mindestens ein internistisch und ein chirurgisch pflegerischer Kollege tätig“, sagt Axel Bethke, SKK-Betriebsratsvorsitzender. Bei neu aufgenommenen Patienten prüfe man im Fall der Vollbelegung der Stationen M32 und M33, ob in den anderen beiden internistischen Kliniken Kapazitäten frei seien. Dort würden Patienten dann vom Personal der 3. Medizin versorgt.

„Wir haben insgesamt 20 Planstellen in der Pflege nicht besetzt, weil wir kein Personal finden“, erläutert Bethke. „Wir haben aber aktuell Glück, weil in den Sommerferien das Krankenhaus üblicherweise nicht so frequentiert ist und wir dann weniger Patienten haben. Wenn uns diese Lage – Pflegekräftemangel plus Krankheitsausfälle – im Januar oder Februar treffen würde, wäre das der GAU.“

Der Pflegefachkräftemangel sei für alle Kliniken des 6K-Verbundes (SKK, Imland-Kliniken Rendsburg/Eckernförde, Westküstenklinikum Heide, FEK Neumünster, Klinikum Bad Bramstedt und Klinikum Itzehoe) ein Problem. Im UKSH Kiel werden im Anfang Mai geschlossenen OPZ3 mittlerweile 18 Betten wieder betrieben.

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Ein Artikel von
Christian Trutschel
Lokalredaktion Kiel/SH

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