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Tierarznei aus Kiel für die ganze Welt

Pharmaunternehmen KVP Tierarznei aus Kiel für die ganze Welt

Die Bayer-Tochter KVP in Kiel entwickelt und fertigt vor allem pharmazeutische Produkte für Tiere. Seit der Gründung 1974 hält das Unternehmen seinen Wachstumskurs. Und auch in diesem Jahr wächst die KVP stark; die Zahl der Mitarbeiter soll auf fast 700 steigen.

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Auf fast 700 soll sich die Zahl der Mitarbeiter bei KVP in diesem Jahr erhöhen: Qualitätskontrolle an der neuen Produktionslinie für Flohhalsbänder.

Quelle: hfr

Kiel. Die KVP Pharma+Veterinär Produkte GmbH, deren Gebäude sich im Projensdorfer Gehölz auf einem rund 100 000 Quadratmeter großen Betriebsgelände befinden, ist der größte Fertigungsstandort des Bayer-Bereichs Animal Health (Tiergesundheit) und bedeutendes Logistikzentrum des Leverkusener Konzerns; eine Art Drehscheibe für den weltweiten Versand von Veterinärprodukten.

Rund 65 Prozent aller von Bayer weltweit verkauften Tierarzneimittel gehen von hier aus in rund 100 Länder. Damit ist Kiel der mit Abstand bedeutendste Animal-Health-Standort; Schwesterwerke befinden sich in den USA, Korea, China, Vietnam, auf den Philippinen, in Brasilien, Mexiko und Neuseeland. „Alle diese Werke produzieren für ihre lokalen oder regionalen Märkte, Kiel jedoch arbeitet global“, erklärt Stefan Bokstaller, der seit dem vergangenen Jahr den Kieler Standort leitet.

 Mittlerweile ist deutlich sichtbar das Bayer-Kreuz an der Fassade angebracht. Die Firma heißt zwar weiter KVP, doch sie firmiert nach außen unter Bayer Health Care, der Gesundheitssparte des Konzerns. Dabei gehe es auch darum, die Attraktivität als Arbeitgeber deutlicher herauszustellen, so Bokstaller. Eine Attraktivität, die alleine schon die Entwicklung des Unternehmens in den vergangenen Jahrzehnten zeigt: KVP startete 1974 mit 26 Mitarbeitern und stellte flüssige Arzneimittel und Salben und ab 1976 auch Tabletten her.

Seither kennzeichnet nicht sprunghaftes, aber stetiges Wachstum die Entwicklung. Neue Produkte und Verpackungsformen kamen hinzu – zum Beispiel Pipetten und Halsbänder mit Wirkstoffen gegen Flöhe und Zecken – und eine Spritzgussfertigung für die Halsbänder wurde aufgebaut. Bereiche wie Qualitätskontrolle, Wareneingang und Versand wurden ausgebaut und entsprechend dehnte sich das am Nord-Ostsee-Kanal gelegene Werk aus. Kiel entwickelte sich vom reinen Produktions- zum zentralen Fertigungs- und Logistikstandort. Vor zwei Jahren stieg die Zahl der Mitarbeiter auf über 600, jetzt nähert man sich der 700er-Marke. Um die starke Nachfrage nach den Floh- und Zeckenhalsbändern bedienen zu können, wurde vor kurzem eine zweite Produktionslinie in Betrieb genommen.

 „Unsere Auftragsbücher sind voll“, berichtet Bokstaller. Entsprechend ausgelastet ist die Fertigung. Gearbeitet wird im Drei-Schicht-System und nicht selten auch am Wochenende. Neben Produktion und Logistik gehört unter anderem auch das Design der Verpackungen zu den Aufgaben. Das sei ein „Riesenthema“, so der Standortleiter. Die meisten Produkte aus Kiel werden nicht vom Tierarzt verschrieben, sondern über Fachgeschäfte und Supermärkte vertrieben. Rund 2500 Produkte gehen von Kiel aus in alle Länder, 15000 Materialien werden hier „gemanagt“; und jedes Jahr müssten etwa 50 Prozent der Packmittel geändert werden – unter anderem, weil sich gesetzliche Vorschriften über die Inhaltsangaben geändert haben.

 Ingenieure, Techniker, Mechaniker, Laboranten, Kaufleute, Produktionsmitarbeiter: Im Kieler Bayer-Werk arbeiten wegen der Breite der Aufgaben Beschäftigte mit unterschiedlichen Qualifikationen. Das Team ist international und die globale Zusammenarbeit erfolgt auf Englisch. Fachkräfte zu gewinnen und zu halten sei eine Herausforderung, sagt Bokstaller. Aber mit dem Konzern im Rücken sowie durch die eigene Ausbildung, die einen hohen Stellenwert habe, sei es bisher immer gelungen, die Stellen zu besetzen. KVP engagiere sich zudem stark für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Angesichts der Bedeutung des Standorts für das weltweite Tiergesundheits-Geschäft von Bayer sieht Stefan Bokstaller weiterhin sehr gute Perspektiven für Kiel.

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