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Hilfe in der Not von Gleichaltrigen

Pilotprojekt in Kiel Hilfe in der Not von Gleichaltrigen

Sucht, Mobbing, Schulversagen, Gewalterfahrung: Es gibt zwar jede Menge Hilfsprogramme offizieller Institutionen, die Jugendliche in Krisen unterstützen. Jetzt soll ein landesweites einmaliges Pilotprojekt 15- bis 18-Jährige zunächst in Kiel motivieren, eigene Ideen zur Krisenbewältigung von Jugendlichen auf den Weg zu bringen.

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Sie wollen Projekte künftig gemeinsam mit Jugendlichen gestalten: Kerstin Höcker (li.), Kinder- und Jugendtelefon des Kinderschutzbundes, und Kathrin Gomolzig, Aktion Kinder- und Jugendschutz.

Quelle: Sven Janssen

KIEL. „Gut drauf oder voll die Krise“ heißt das modellhafte Gemeinschaftsprojekt des vom Kinderschutzbund getragenen Kinder- und Jugendtelefons sowie der Aktion Kinder und Jugendschutz Schleswig-Holstein (AKJS). Die Idee dahinter soll für alle Beteiligten Vorteile bringen: Jugendliche in Not könnten Hilfestellungen von Gleichaltrigen meist eher annehmen als von Erwachsenen. Zudem profitierten auch die jungen Projektinitiatoren durch einen Zuwachs an Wissen und Kompetenzen, die ihnen in einem Zertifikat bescheinigt werden.

 „Nicht zuletzt erhoffen auch wir uns natürlich einen Gewinn für unsere Arbeit, indem wir anhand der Projekte einen unverstellten Einblick in die aktuellen Problemlagen von Jugendlichen bekommen“, erklärt die Koordinatorin des Kinder- und Jugendtelefons Kerstin Höcker. Auf welchen Wegen die Jugendlichen auf Nöte ihrer Altersgenossen aufmerksam machen wollen, bleibt ihnen überlassen. Die Vielfalt denkbarer Möglichkeiten reicht von Quiz und Flashmob, einer Stadtrallye, Flyer-Entwicklung, Filmen, Info-Abenden bis hin zu Fachvorträgen mit Referenten.

 Aber das von der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung mit Geld unterstützte Projekt hat auch Grenzen. „Es ist keine Selbsthilfegruppe“, betont AKJS-Bildungsreferentin Kathrin Gomolzig. Vielmehr gehe es hauptsächlich darum, auf Krisensituationen Jugendlicher möglichst öffentlichkeitswirksam aufmerksam zu machen.

 Alleine bleiben die jugendlichen Projektentwickler mit ihren Ideen aber keinesfalls. Sie werden nicht nur von Kathrin Gomolzig und Kerstin Höcker, sondern zusätzlich auch noch von einem externen Experten bei der Arbeit begleitet. Schließlich gibt es dabei jede Menge zu beachten – zum Beispiel bei der Bewältigung ungewohnter rechtlicher oder organisatorischer Probleme mit der Projektumsetzung.

 Deshalb sollten die 15- bis 18-Jährigen allerdings auch reichlich Engagement mitbringen. Denn mit ein paar Stunden so nebenbei ist der dafür nötige Aufwand kaum zu bewältigen. Nach einem ersten Info-Abend am Montag, 21. September, sollen noch rund weitere sechs Treffen im Kinderschutzzentrum folgen, bei denen alle Details zur Projektrealisierung besprochen werden. Insgesamt müssten die Teilnehmer dafür insgesamt mindestens rund 30 Zeitstunden veranschlagen.

 „Insofern ist das Pilotprojekt für uns in vielfacher Weise spannend“, betont Kerstin Höcker. Nicht nur, weil noch völlig unklar ist, wie viele Jugendliche sich an der Aktion beteiligen. Ebenfalls mit Spannung erwarten die Initiatoren die Ideen der Projektteilnehmer. „Wenn die Vorschläge richtig gut sein sollten, ist es sogar denkbar, dass manche Projekte auch über einen längeren Zeitraum noch weitergeführt werden.“

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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