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Plastikmüll sammelt sich in der Förde

Greenpeace warnt Plastikmüll sammelt sich in der Förde

Umweltschützer schlagen Alarm: Die Verschmutzung der Kieler Förde nimmt ein immer schlimmeres Ausmaß an, warnt Greenpeace Kiel. „Die Entwicklung ist dramatisch“, betonte Öffentlichkeitskoordinatorin Erna Lange.

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Ursula Maasz (21) von Greenpeace zieht mit ihren Mitstreitern Anne Sophie Wolfgramm (hinten links) und Robin Dorn in mühevoller Handarbeit den Plastikmüll aus der Uferbefestigung nahe der Bellevue-Brücke an der Kieler Förde.

Quelle: Lutz Timm

Kiel. Plastikmüll im und am Wasser würden zunehmen und Mensch und Tier gefährden. Um dem entgegenzutreten, sammeln die Mitglieder der Organisation regelmäßig Unrat an der Bellevue-Brücke.

 Unter dem Motto „Plastik flutet unsere Meere – das lassen wir nicht zu“ haben es sich die Mitglieder der Umweltschutzorganisation zur Aufgabe gemacht, Gewässer von Müll zu befreien. Die Kieler Aktivisten haben bereits mehrfach die Uferbefestigung zwischen Bellevue-Brücke und Seebadeanstalt Düsternbrook abgesammelt und ziehen ein deutliches Fazit. „Wir haben Anfang Juli auf einer Fläche von 30 Mal zwei Metern vier Müllsäcke voller Plastikmüll gesammelt. Dazu kam noch Sperrmüll“, erzählte Lange. „Nur eine Woche später waren es wieder vier volle Säcke.“ Es sei alarmierend, dass nach so kurzer Zeit wieder so viel Müll da ist.

 Zusammen mit sechs Mitstreitern klettert die 21-jährige Ursula Maasz über die glitschigen Basaltsteine unterhalb der Kaimauer. „Oft ist nur ein kleiner Teil des Mülls zu sehen“, erklärte die Biologiestudentin. „Die großen Teile kommen erst zum Vorschein, wenn man sie unter den Steinen herauszieht.“ Besonders gefährlich für die Umwelt seien sogenannte Mikroplastiknester. Dabei fügen sich verschiedene Plastikabfälle zu einem großen Klumpen zusammen. „Gerade für Vögel können die Nester zu einer Gefahr werden, weil sie sich leicht in den Plastiksträngen verfangen und dann verenden.“

 „Plastikmüll im Wasser ist ein großes Problem. Da sind alle Menschen gefragt, etwas an ihrem Konsum- und Entsorgungsverhalten zu ändern“, mahnte Greenpeace-Aktivistin Lange. Die Plastikabfälle im Meer würden durch die Wasserbewegung und Sonneneinstrahlung zerrieben und so zu kleinsten Plastikpartikeln gemahlen. „Über den Meeresgrund gelangt das Mikroplastik dann in den Nahrungsmittelkreislauf und dann zurück auf unsere Teller“, warnte Lange. Ihr Appell: „Die Menschen sollten versuchen, Müll wie To-Go-Becher und Einmalverpackungen zu vermeiden. Und der Müll, der sich nicht vermeiden lässt, muss wiederverwertet werden.“ Es sei möglich, mit relativ einfachen Mitteln viel zu erreichen, glaubt die 53-Jährige. Der überwiegende Teil des Mülls in der Förde käme von Land, vielfach von Passanten. „Oder von den Möwen, die versuchen, Essen aus den Mülleimern zu picken.“ Dagegen könnten geschlossene Abfallbehälter helfen.

 Rechtlich gehört die Wasserfläche der Förde dem Bund, der sie dann dem Land und der Stadt zur Nutzung überlässt, erklärte Joachim Kläschen vom Pressereferat der Stadt. Wenn die Förde besonders stark verschmutzt werde, wie etwa bei der Kieler Woche, seien die Schiermoker – Boote zur Reinigung der Förde – unterwegs. Ein konkretes Müllsammelsystem für die Förde gibt es nicht.

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