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Kiel unter den sportlichsten Städten

Platz 4 im Aktiv-Atlas Kiel unter den sportlichsten Städten

Eine Stadt bewegt sich: Unter 28 deutschen Großstädten landete Kiel in einer Vergleichsstudie auf Platz vier. Der Grund: In der Landeshauptstadt können sich die Bürger schnell, viel und vor allem sicher bewegen.

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Ein bewegter Mann: Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer ist selbst passionierter Läufer, wie seine Teilnahme am Kiel.Lauf 2015 jüngst bewies.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel/Köln. Diese Stadt bewegt. Unter 28 deutschen Großstädten landete Kiel in einer Vergleichsstudie auf Platz vier. Der Grund: In der Landeshauptstadt können sich die Bürger schnell, viel und vor allem sicher bewegen.

Die Platzierung in der Studie „Bewegungsfreundlichkeit in deutschen Großstädten“ ist dabei ein solider, aber kein Spitzenerfolg. Auf dem ersten Platz landete Kiel in keiner der sieben abgefragten Kategorien von Attraktivität bis Wohndichte. Diese prüfte ein Expertenteam der Deutschen Sporthochschule Köln im Auftrag der Krankenkasse Barmer GEK und der „Bild am Sonntag“, indem es pro Stadt 100 nach repräsentativen Charakteristika ausgewählte Bewohner fragte.

„Kiel setzt der menschlichen Bewegungsfreude wenig Grenzen“, sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer zur Studie. „Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Boot – aktiv sein gehört hier zum lebendigen Stadtbild dazu. Darauf legen wir bei der Stadtplanung großen Wert und freuen uns, dass das in dieser bundesweiten Studie zu einem beachtlichen Platz weit vorne führt.“

Ganz nach vorne musste Kiel allerdings gar nicht, um insgesamt sehr gut abzuschneiden. So gelang ein fünfter Platz in der Kategorie „Entfernung zu Alltagszielen“, in der es darum ging, wie schnell der Kieler im nächsten Supermarkt oder Café, aber auch an der Bushaltestelle oder im Park ist. „Laut den Kielern ist die Flächennutzungsmischung besonders gut gelungen“, sagt Nadja Tabari von der Deutschen Sporthochschule. „Das heißt Gewerbe, Geschäfte und Wohnen sind eng miteinander verbunden.“ In der Infrastruktur wurde es abschließend Rang vier. Das breite Angebot der Geh- und Radwege wurde hier honoriert. Und gar auf dem Bronze-Platz drei landete Kiel in der Kategorie Sicherheit. „Sowohl als Radfahrer als auch als Fußgänger kommt man sicher von A nach B“, so Tabari. Erfreuliche Ergebnisse.

Bald Mountainbike-Trails in der Stadt?

Der Geschäftsführer von Kiel-Marketing, Uwe Wanger, freute sich ebenfalls. Gleichwohl: „Diese gute Platzierung ist nicht unbedingt auf unsere Arbeit zurückzuführen.“ Er gratuliere vielmehr der Bauverwaltung und vielen Veranstaltern im sportlichen Bereich. Seiner Meinung nach gebe es in der Stadt einen aktiven Geist, der zur Bewegung ankurbele. „Kiel ist nicht nur eine fahrradfreundliche Stadt, sondern auch Eventhauptstadt des Nordens“, so Wanger, was vor allem im Spätsommer deutlich werde. Er verweist auf den KN-Förde-Triathlon, den Kiel-Lauf und kleinere Sportevents wie das Drachenbootrennen oder den Dirty Coast Mud Run vom vergangenen Wochenende.

Auch das Stadt-Marketing erarbeite gerade mit regionalen Tourismuspartnern offizielle Mountainbike-Routen entlang des Nord-Ostsee-Kanals. Die erste soll in absehbarer Zeit in den Hüttener Bergen eröffnet werden. Sogar mitten in Kiel seien solche Wege bald denkbar, so Wanger.

Qualität der Infrastruktur nicht überzeugend

„Natürlich gibt es auch noch viele Strecken, die überarbeitet werden müssen“, gibt er zu. So macht die Studie ebenfalls Schattenseiten deutlich: Trotz der umfangreichen Infrastruktur bemängeln die Kieler deren Qualität – Platz 14. Noch weiter hinten, auf Rang 19, findet sich die Landeshauptstadt in der Wohndichte. Offenbar kommt den befragten Kielern ihre Stadt im Verhältnis zu ihrer Fläche zu bebaut vor. Auch kein Ruhmesblatt ist Platz 12 in der Straßenkonnektivität: Hier ist den Teilnehmern der fehlende Vorrang im Verkehr für Radfahrer und Fußgänger aufgestoßen.

Geradezu locker hat Kiel aber (fast) alle Metropolen hinter sich gelassen: Berlin landete auf Platz 16, Köln auf dem 18. Rang, Hamburg wurde sogar nur 22. Lediglich München konnte einen zweiten Platz feiern. Was Kieler Lokalpatrioten aber besonders bewegen wird: Erst weit hinter der Landeshauptstadt landete die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes. Lübeck schaffte es lediglich auf Platz 20.

Das war der Sport-Spätsommer in Kiel

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Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

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