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Auf Monsterjagd an der Förde

Pokémon Go Auf Monsterjagd an der Förde

Eine kostenlose Spiele-App erobert die Welt. Mit Pokémon Go können eingefleischte Fans der Spiele oder auch neue Trainer ihr Glück beim Fangen der possierlichen Monster versuchen. Seit Mittwoch gibt es die App offiziell in Deutschland. Wie gut eignet sich Kiel als Trainerstadt?

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Ein wildes Zubat im Büro. Mit Pokémon Go ist man derzeit nirgendwo vor den digitalen Monstern sicher.

Quelle: Kerstin Tietgen

Kiel. Auf den ersten Blick sieht das Spiel unscheinbar aus. Wie eine zu niedlich geratene Google-Map ohne Straßennamen. Viel grün, blauer Himmel, weiße Wolken und schwebende blaue Quader. Richtig durchdacht sieht nur die Spielfigur, je nach Auswahl ein Junge oder Mädchen, aus. Diese Figur bewegt sich durch GPS mit dem Spieler mit. Nach den ersten holprigen Schritten geht es die Fleethörn entlang. Die Suche nach den digitalen Tieren, den sogenannten Pokémon, beginnt. Und davon gibt es viele. Angelehnt an die ersten Versionen des Spieleklassikers von 1996 können und müssen 151 Tierchen müssen gefangen werden. Einige davon, wie zum Beispiel Taubsi, Raupi oder Owei, lassen vom Namen auf ihr Äußeres schließen. Andere ähneln echten Tieren kaum und erinnern an Fabelwesen oder Monster.

Startpunkt: Innenstadt

Die Innenstadt ist schon einmal kein schlechter Startpunkt, denn hier gibt es viele Skulpturen, Denkmäler und Brunnen. Aber ist das denn wichtig, wenn man eh nur auf sein Handy starrt? Natürlich! Schließlich werden diese im Spiel zu Pokéstops, die durch blaue Quader gekennzeichnet sind. Dort gilt es Pokébälle, Eier und andere Items bekommen. Alle Objekte sind mit Namen und Künstler versehen. Jeder Lehrer in Geschichte oder Kunst wäre glücklich. Oder? So richtig nimmt man die Dinge um sich herum nicht wahr. Schon nach fünf Minuten hat man vergessen, wer welches Kunstwerk da nun hingestellt hat. Hauptsache Pokébälle! Denn man ist ja nicht zum Spaß unterwegs.

Der Pokédex

Schließlich gilt es den Pokédex, ein Lexikon über alle Arten, zu füllen. Mit den rot-weißen Bällen kann man die digitalen Tierchen einfangen und erhält einen Eintrag im Lexikon. Doch man trägt diese nicht nur mit sich herum, sondern kann sie in Arena und Trainerkämpfen gegeneinander antreten lassen und somit seine eigene Erfahrungsstufe verbessern.

Wie viel Spaß macht es?

Tatsächlich bleibt der Spaß an mancher Stelle auf der Strecke. Zum Beispiel, wenn immer wieder das GPS Signal fehlt. Oder wenn die Bedienung spinnt und man die Pokémon, die einem über den Weg laufen nicht fangen kann, weil man sie entweder nicht anwählen kann, oder sie nicht geladen werden. Wohin soll man mit dem Ball denn auch zielen, wenn einem das zu fangende Objekt wegen endloser Ladezeiten nicht angezeigt wird. Bekäme der Spieler für jede Fehlermeldung "Server nicht verfügbar" ein neues Pokémon, wäre bei manchen wohl das Spiel schon durchgezockt, bevor sie überhaupt richtig anfangen. Aber hoffentlich werden die Entwickler die bereits bekannten Serverproblem lösen.

Durch den Großstadtdschungel

Ganz ungefährlich ist es nicht, wenn man im Stadtverkehr nur auf sein Smartphone schaut. Denn weder Passanten mit Hunden oder Kinderwagen (Entschuldigung!) noch Pfützen (Igitt!) werden angezeigt. Wegen des großen Ansturms auf das Spiel sind kleinere Unfälle im Straßenverkehr in naher Zukunft nicht auszuschließen. Mit nassen Füßen und einer frischen Ladung Pokébälle geht es Richtung Förde. Bis auf ein Rattfratz in der Holstenstraße, das leider nicht geladen werden konnte, bleibt es viel zu lange ruhig. Weder am Bootshafen noch an der Förde scheinen um die Mittagszeit die erhofften Wasserpokémon zu sein. Schade.

Pokémon in der realen Welt

Ganze 30 Minuten vergehen, bis das Smartphone zum ersten Mal vibriert. Ein Pokémon! Jetzt einen kühlen Kopf bewahren. Auf dem Grünstreifen vor dem Kieler Schloss sitzt es: Ein Hornliu. Indem man die Kamera anschaltet, wird das digitele Tierchen in die reale Umgebung gehoben. Mit einem Klick auf die Kamera kann man einen Schnappschuss davon machen. Pokémon in der realen Welt: Ein Traum für jeden Fan. Das Käferpokémon ist zwar nicht gerade selten, aber man will ja nicht unverschämt sein. Also los geht es! Mit einem Wisch über den Bildschirm wird die rot-weißen Kugeln zum Fangen auf die braune Raupe mit dem Stachel auf dem Kopf geworfen. Nach ein zwei Übungsbällen hat man das Prinzip relativ schnell raus und wird durch den Fang mit Erfahrungspunkten und einem Eintrag im Pokédex, dem Lexikon das es zu füllen gilt, belohnt. So einfach also.

Fazit der Jagd

Der Zutritt zur Arena, die sich ebenfalls am Schloss befindet, ist leider nur für Spieler ab Level fünf. Und so endet die erste Tour vorerst. Die Bilanz: Eine Stunde, zwei Kilometer Fußweg, 35 Pokébälle, ein Hornliu und zwei Eier, die im Brutkasten zu anderen Pokémon werden. Nun bleibt nur zu hoffen, dass das Kieler Wetter noch etwas besser wird. Denn im Regen kann man schlecht das Smartphone rausholen.

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