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Horror-Clowns in Kieler Hinterhof

Polizei Horror-Clowns in Kieler Hinterhof

 Zwei als gruselige Clowns verkleidete junge Männer haben in Kiel am Sonnabend für einen gehörigen Schrecken bei einer Anwohnerin gesorgt: Polizisten konnten die 19 und 20 Jahre alten Männer stellen und ermahnen. Nachahmer des Trends müssen mit Strafen von einer Einsatzkostenübernahme bis zur strafrechtlichen Verantwortung rechnen.

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Gruselig: Der gefährliche Trend der Horror-Clowns hat am Wochenende Kiel erreicht. Die Polizei warnt Nachahmer.

Quelle: Paul Zinken/dpa (Symbol)

Kiel. Es sollte offenbar nur ein Streich sein: Die zwei jungen Männer waren um 19.35 Uhr in einem Hinterhof am Andreas-Hofer-Platz in Kiel-Elmschenhagen als Horror-Clowns verkleidet aufgetaucht. Sie hatten nach eigenen Angaben einen Freund erschrecken wollen. Da sie aber auch einer Anwohnerin hinterherliefen, nahmen sich Polizeibeamte der Verkleideten an und ermahnten diese ausdrücklich.

Wie die Polizei am Montag betonte, werden Nachahmer strikt verfolgt. Bei der Verkleidungsnummer handele es sich oftmals nicht nur um einen schlichten Streich, sondern sie sorge für Verunsicherung in der Bevölkerung und schüre zudem Ängste. Im Einzelfall können Straftatbestände wie Nötigung, Körperverletzung oder Bedrohung erfüllt sein. Losgelöst davon wäre eine Übernahme der Kosten des Polizeieinsatzes denkbar.

Keine Clown-Gewalt in Schleswig-Holstein

In Elmschenhagen hatte es am Sonnabend allerdings keine strafbaren Handlungen gegeben. Die beiden polizeilich unbekannten Kieler wurden demaskiert und nach der Feststellung der Personalien entlassen. Der Fall ist damit deutlich harmloser ausgegangen als es am Freitag in Morsum auf Sylt der Fall war: Dort konnte ein mit einem Baseballschläger bewehrter Mann der Polizei entkommen. Am Sonnabend hatte bereits eine Clown-Falschmeldung aus Kiel für Aufsehen gesorgt, ähnliches gab es bereits in der Woche aus Neumünster zu lesen.

In Mecklenburg-Vorpommern gehen die Clowns dagegen deutlich aggressiver vor. In Neubrandenburg schlug eine 25-Jährige am Wochenende einen mit einem Messer bewaffneten Clown per Pfefferspray in die Flucht.

Chef der Nord-CDU fordert konsequentes Vorgehen

Ein entschlossenes Vorgehen gegen Grusel-Clowns verlangt der schleswig-holsteinische CDU-Landesvorsitzende Ingbert Liebing. Das Treiben der Horror-Clowns sei kriminell und dürfe nicht als Ordnungswidrigkeit nach dem Motto „grober Unfug“ abgetan werden, sagte Liebing der Deutschen Presse-Agentur am Montag. „Hier muss das Strafrecht konsequent angewendet werden und wenn es da Lücken gibt, muss das Strafrecht notfalls auch nachgeschärft werden.“ Hier kämen Menschen zu Schaden, unabhängig davon, ob sie verprügelt werden, sagte Liebing. Auch wenn die Psyche leide, weil zum Beispiel Kinder auf übelste Weise erschreckt werden, sei das eine Form der Körperverletzung. „Wichtig ist, dass hier nicht noch lange Gutachten erstellt werden müssen, um festzustellen, ob jemand wirklich einen psychischen Schaden davonträgt“, sagte der CDU-Landesvorsitzende. Wer so etwas mache, müsse wissen, dass er kriminell handle und dies geahndet werden müsse. Hier werde das subjektive Sicherheitsgefühl von Menschen aufs Spiel gesetzt. Opfer sollten sofort die Polizei rufen, damit die Täter gefasst werden können, riet Liebing und betonte: „Wir brauchen eine flächendeckende Polizeipräsenz“. Der Rückzug der Polizei aus der Fläche, den die jetzige Landesregierung betreibe, sei ein Fehler. Im Falle einer Regierungsübernahme nach der Landtagswahl im Mai nächsten Jahres werde die CDU die Schließung von Polizeistationen auf dem Landes prüfen und sie wieder öffnen, wo immer dies möglich sei.

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Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

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