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Sorge um Sicherheit und Bürgernähe

Polizei Kiel Sorge um Sicherheit und Bürgernähe

Die Plan der Polizei, ihre Dienststellen neu zu organisieren, sorgt in den Stadtteilen für große Unruhe. Besonders in den Quartieren, die von der Schließung betroffen sind, ist die Befürchtung groß, dass die Nähe zum Bürger verloren geht.

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Hauptkommissar Veit Meixelsperger leitet die Station in der Wik. Er denkt, dass dem Bürger durch die Umorganisation nichts weggenommen wird.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Kiels Polizeichef Thomas Bauchrowitz hatte am Mittwoch seine Pläne vorgestellt, schrittweise bis 2017 die jetzt zehn zu dann nur noch sechs Satelliten zusammenzulegen. Die endgültige Entscheidung muss Innenminister Stefan Studt (SPD) treffen.

„Ich verstehe den Wunsch der Polizeidirektion, Organisations- und Arbeitsabläufe zu straffen. Natürlich kann eine Station, die mit ein bis zwei Beamten stundenweise besetzt ist, nicht reaktiv eingreifen, wenn Kräfte vor Ort benötigt werden“, sagte Christoph Holst (CDU), Ortsbeiratsvorsitzender in Schilksee. Zu mehr Bürgernähe werde diese Maßnahme aber nicht führen. Das Produkt „gefühlte Sicherheit“ könne man nur vor Ort produzieren. „Wir brauchen in den Stadtteilen die Beamten vor Ort, die sich auskennen und beim Bürger zu sehen sind“, so Holst. Er sei sich sicher, dass man das bei der Polizei unterhalb der Führungsebene genauso sehe. Wenn sich die Politik nicht weiter vom Bürger entfernen wolle, sei hier der Innenminister aufgefordert, der Kieler Polizei das nötige Personal zu stellen und auf die Schließung von Stationen zu verzichten. „Gerade jetzt, wo Vertrauen in Polizei und Politik beim Bürger massiv verloren geht“, so der Ortsbeiratschef.

Holtenau befürchtet Unsicherheitsgefühl

Auch in Holtenau wird die Schließung bedauert. „Dass wir gleichzeitig Flüchtlinge auf dem MFG-5-Gelände haben, schafft ein Unsicherheitsgefühl“, sagte Ortsbeiratsvorsitzender Herbert Kulbarsch (CDU). „Mit der Station in Friedrichsort gibt es aber eine Dienststelle, die gut angelaufen wird“, sagte er. Jürgen Engel (Grüne, Gremiumsvorsitzender in der Wik) kann im Prinzip damit leben. „Ich fordere aber mehr Präsenz in der Wik entweder mit Fußstreifen oder im Dienstwagen, damit der Bürger gefühlte Sicherheit wahrnimmt“, sagte er. Positiv findet Engel, dass in der Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Marinetechnikschule ein Polizeibüro entstehen soll. „Dann hat der Bürger das Gefühl, da ist jemand“, sagte Engel.

Sorgen stoßen bei Polizei auf Verständnis

Bauchrowitz kann die Sorgen verstehen: „Wir nehmen den Stadtteilen dadurch etwas, wenn die bekannten Polizisten nicht mehr da sind.“ Doch die Personalstärke mit 802 Beamten in Kiel und das Präsenzkonzept ändere sich nicht. Mindestens eine Streifenwagenbesatzung soll nördlich des Kanals unterwegs sein. In den einsatzstarken Nächten am Wochenende seien 15 Wagen auf der Straße, bei Bedarf könne schnell aufgestockt werden. „Durch die gute Infrastruktur einer Großstadt erreichen wir schnell jeden Ort“, sagte der Polizeichef. Er betonte, dass über den Notruf 110 die Regionalleitstelle die Streifenwagen zum Einsatzort dirigiere. Sie seien innerhalb weniger Minuten da. Die Personalstärke der Stationen mit 72 Beamten bleibe nach der Umorganisation bestehen.

Der Kreis Plön gehört zur Polizeidirektion Kiel und hat die Reform schon hinter sich. „Hier hat das zu weniger Sicherheit geführt“, meinte der Plöner CDU-Kreisvorsitzende Werner Kalinka. Er könne den Kielern nur empfehlen, sich sehr genau anzuschauen, was der Polizeichef vorschlage. Der Beamte, der sein Revier wie seine Westentasche kenne, sei keine Nostalgie, sondern gelebte und effektive Prävention.

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Ein Artikel von
Günter Schellhase
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Dienststellen
Die Station in Holtenau ist derzeit nur jeweils zwei Stunden an zwei Tagen in der Woche besetzt. Sie wird geschlossen.

Die Polizei in der Landeshauptstadt steht vor der größten Umorganisation ihrer Dienststellen seit Jahren. Die heute zehn Stationen in den Stadtteilen werden zu sechs zusammengelegt. Kiels Polizeichef Thomas Bauchrowitz verspricht sich dadurch deutliche Verbesserungen in den Arbeitsabläufen.

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