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Polizei sagt Fahrradklau den Kampf an

Ostuferhafen Polizei sagt Fahrradklau den Kampf an

Die Kieler Polizei macht ernst im Kampf gegen den Fahrradklau in der Landeshauptstadt. Innerhalb weniger Tage haben Beamte am Montag wieder einen Mann festgenommen, der gerade ein Schloss knacken wollte. 15 Polizisten sind derzeit in Kiel unterwegs, um den Diebstahl einzudämmen.

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Professionelle Fahrraddiebe brauchen nicht lange, um ein gewöhnliches Fahrradschloss zu knacken.

Quelle: dpa

Kiel. Bundespolizisten haben am selben Tag am Ostuferhafen 30 hochwertige Räder in einem Transporter eines litauischen Fahrers sichergestellt. Ob sie in Kiel gestohlen wurden, wird derzeit ermittelt.

Nirgendwo werden in Schleswig-Holstein mehr Fahrräder gestohlen als in der Landeshauptstadt. Mit einem Zuwachs um 40 Prozent gegenüber 2014 behauptet Kiel den unrühmlichen Spitzenplatz im Land. Gab es im vorvergangenen Jahr noch 2235 Diebstähle mit einer Schadenssumme von mehr als 900000 Euro (Durchschnittswert der gestohlenen Räder: 412 Euro), wurden 2015 schon 3128 Taten angezeigt, Durchschnittswert der Räder: 411 Euro. In diesem Jahr kamen schon 1600 Drahtesel weg. Die Aufklärungsquote bei der Kieler Polizei liegt im Durchschnitt bei 4,5 Prozent.

 Mit einem Bolzenschneider dauert es nur fünf Sekunden, und das Rad ist weg. Auf diese Art und Weise wollte am Montag ein 55-Jähriger ein Damenrad stehlen. „Beamte haben den Mann schon vorher beobachtet, wie er sich zunächst verschiedene Räder in der Innenstadt genau angeschaut hat“, sagte Polizeisprecher Oliver Pohl. Dann sei er zu dem Damenrad an der Andreas-Gayk-Straße gegangen, habe den Bolzenschneider angesetzt – und wurde festgenommen. Der Mann ist der Polizei als Fahrraddieb bereits bekannt und somit ein Wiederholungstäter. Nach der Vernehmung wurde er wieder entlassen.

Schwerpunkt: CAU

 Bereits in der Nacht zu Freitag in der vergangenen Woche haben Polizisten nach kurzer Verfolgung einen 38-Jährigen in der Hafenstraße gestellt, der mit einem hochwertigen Rad unterwegs war. Wie sich herausstellte, war es als gestohlen gemeldet. „Die Kieler Polizei hat die steigende Zahl an Fahrraddiebstählen als regionalen Schwerpunkt erkannt und reagiert darauf mit einem lageangepassten Konzept“, sagte Pohl. Demnach sind 15 Beamte von allen vier Revieren in Zivil und Uniform zu Tag- und Nachtzeiten unterwegs. An verschiedenen Orten im Stadtgebiet wollen sie Radler kontrollieren, um die Besitzverhältnisse eindeutig zu klären. Viele Drahtesel verschwinden rund um die Kieler Universität – dort gibt es reichlich Auswahl. Aber auch am Bahnhof und in der Innenstadt treiben die Diebe ihr Unwesen.

 Einen Schlag gegen den organisierten Diebstahl landete am Montag die Bundespolizei im Ostuferhafen. „Bei der Kontrolle eines Kleintransporters entdeckten die Beamten 30 Fahrräder – darunter auch neuwertige“, sagte Sprecher Gerhard Stelke. Das Fahrzeug eines Litauers, der mit der Fähre nach Klaipeda wollte, war bis unter das Dach vollgeladen. Der 55 Jahre alte Fahrer sagte erst, er habe die Räder auf einem Flohmarkt in Bremen gekauft. Bei der Überprüfung der Identifizierungsnummern stellte sich heraus, dass mindestens sechs Drahtesel als gestohlen gemeldet waren, für zwei konnte er keinen Eigentumsnachweis vorlegen. Die Beamten überprüfen jetzt die Herkunft. Der Fahrer wird wegen Diebstahl und Hehlerei angezeigt – darf aber nach Litauen ausreisen.

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Günter Schellhase
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Foto: Das Fahrrad von Heinz Meier wurde von einer Frau versehentlich mit angeschlossen. Ihren eigenen Drahtesel hatte sie vergessen zu sichern.

Dass jemand aus Hektik oder Gedankenlosigkeit ein anderes Fahrrad versehentlich mit ankettet, kann passieren. Eher seltener kommt vor, dass die Person das fremde Rad abschließt, ihr eigenes aber nicht. Das passierte letztens in der Kieler Innenstadt. In beiden Fällen dürfen Betroffene zu Schlossknackern werden.

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