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Polizei warnt vor Enkeltrickbetrügern

Kiel Polizei warnt vor Enkeltrickbetrügern

Die Polizei warnt vor Enkeltrickbetrügern: Eine Frau hat Mittwoch in Kiel versucht, von mindestens sechs älteren Menschen Geld zu betrügen. Die Senioren waren wachsam, so dass es nur bei Versuchen blieb.

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 Die Polizei warnt vor Enkeltrickbetrügern.

Quelle: dpa

Kiel. Senioren mächtig auf zack: Immer wieder versuchen dreiste Betrüger, Geld von Rentnern zu ergaunern. In den vergangenen zwei Monaten meldeten sich zahlreiche ältere Kieler bei der Polizei und zeigten die Masche mit dem Enkeltrick an. Die Anrufer blitzten aber bei den wachsamen Senioren ab. Zuletzt am Mittwoch klingelten die Telefone bei sechs Kielern, die allesamt sofort die Beamten verständigten. Die Ermittler warteten in zwei Wohnungen auf Geldboten, die aber nicht kamen.

Drei große Wellen von Betrugsversuchen sind seit Februar in Kiel bekannt. Zuletzt am Mittwoch rief eine Frau mit deutscher Stimme bei mindestens sechs Kielern an. „Die Masche war immer dieselbe: Eine angebliche Enkelin gab an, eine Eigentumswohnung kaufen zu wollen. Dazu benötige sie dringend Bargeld“, sagte Kiels Polizeisprecher Matthias Arends. Die Frau wolle im Laufe des Tages 40000 Euro abholen. In allen Fällen hatte die Betrügerin Männer am Apparat, die sofort skeptisch reagierten und die Masche gleich durchschauten. Ein Senior kontaktierte im Anschluss an das Telefonat seine Tochter und erfuhr, dass seine Enkelin gar nicht im Lande sei. Alle Rentner im Alter zwischen 77 und 95 Jahren informierten zügig die Polizei. Die Beamten wurden sofort tätig: Da die Frau angekündigt hatte, das Geld holen zu lassen, setzten sich zwei Polizisten der Kripo in die Wohnungen und warteten. Die Frau kam aber nicht. Das für Seniorenschutz zuständige Kommissariat 12 der Polizei hat die Fälle aufgenommen und ermittelt.

Eine große Welle gab es auch am 26. Mai. Zwischen 10 und 11 Uhr hatte eine Frau bei fünf Seniorinnen angerufen und sich als nahe Verwandte ausgegeben. Sie wollte 30000 Euro für eine neue Wohnung. Damals hat die Täterin vermutlich das Telefonbuch durchgeblättert und nach alten Namen gesucht. So klingelten die Telefone bei Frauen mit den altdeutschen Vornamen Helga, Margot oder Minna. Die Betrügerin fragte die älteren Frauen geschickt aus, um beispielsweise Nachnamen herauszubekommen, mit denen sie weiteres Vertrauen aufbaute. Doch alle Damen waren misstrauisch, bügelten die Anruferin ab und meldeten die Vorfälle bei der Polizei. Viele ähnlich gelagerte Anrufe gab es auch im Februar. Da die Täter meist mit unterdrückter Rufnummer Kontakt aufnehmen, haben es die Beamten schwer mit ihren Ermittlungen. Vereinzelt werden Boten festgenommen, wenn Bankangestellte ob der hohen Summen, die Senioren abheben wollen, misstrauisch werden und die Polizei benachrichtigen.

Die Polizei ist sehr zufrieden mit der Aufklärungsarbeit in Seniorenbeiräten, anderen Gremien und durch die Medien. Der letzte richtige Enkeltrickbetrug datiert aus dem vergangenen Jahr. Damals hatte ein Mann von einer 92-Jährigen 10000 Euro bekommen. Die Polizei rät: Wer von angeblichen Verwandten angerufen wird, der möglichst schnell eine hohe Geldsumme haben will, sollte misstrauisch werden. Opfer solcher Anrufe sollten sofort die Polizei unter Tel. 0431/1603333 oder 110 informieren.

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Günter Schellhase
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