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Fotos der Opfer auf Handys gefunden

Polizei zum Sophienhof Fotos der Opfer auf Handys gefunden

Auf den Handys der hauptverdächtigen afghanischen Flüchtlinge, die im Kieler Einkaufszentrum „Sophienhof“ am vergangenen Donnerstag drei Mädchen bedroht und belästigt haben sollen, haben Polizeiexperten Fotos der Opfer gefunden.

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Auf den Handys der hauptverdächtigen afghanischen Flüchtlinge, die im Kieler Einkaufszentrum „Sophienhof“ am vergangenen Donnerstag drei Mädchen bedroht und belästigt haben sollen, haben Polizeiexperten Fotos der Opfer gefunden.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Jetzt müsse gerichtsfest geklärt werden, wo genau die Fotos aufgenommen wurden, sagte der stellvertretende Landespolizeidirektor Joachim Gutt am Mittwoch in Kiel vor dem Innen- und Rechtsausschuss des Landtags. Möglicherweise könnten die Bilder auch von Facebook-Seiten der Frauen stammen.

Gutt bedauerte, dass die Polizei in einer Stresssituation einen Fehler in ihrer Öffentlichkeitsarbeit zu den Übergriffen gemacht habe. So habe es fälschlicherweise geheißen, es gebe keine Bilder auf den Handys. Er betonte, die Polizei wolle offensiv und proaktiv über Vorfälle informieren, um nicht in den Verdacht des Verschleierns zu geraten.

So schildert die Polizei die Geschehnisse

Der stellvertretende Landespolizeidirektor Joachim Gutt hat am Mittwoch in Kiel vor dem Innen- und Rechtsausschuss des Landtags Stellung zu den Übergriffen auf drei Mädchen im Kieler Einkaufszentrum „Sophienhof“ und zur Öffentlichkeitsarbeit der Polizei bezogen. So schilderte Gutt die Geschehnisse im Ausschuss:

Gegen 19.30 Uhr sei die Polizei informiert worden, dass es „eine erhebliche Belästigung deutscher Mädchen durch Ausländer“ gebe. Um 19.52 Uhr sei eine Streifenwagenbesatzung am Einsatzort gewesen. Der Sicherheitsdienst des „Sophienhofs“ habe fünf Männer umringt, etwa 20 weitere Männer hätten drumherum gestanden. Handys seien in die Luft gehalten worden, um das Geschehen offensichtlich aufzunehmen.

Da die Polizisten keine Gefährdungssituation annahmen, hätten sie zunächst keine Verstärkung angefordert — was angesichts der Bundespolizei am Hauptbahnhof gegenüber schnell machbar gewesen wäre. Die Sicherheitswahrnehmung von Betroffenen und erfahrenen Polizeibeamten könne auseinandergehen, sagte Gutt.

Zwei Frauen hätten Angst bekommen

Unter Heulkrämpfen habe eines der Opfer geschildert, zwei südländische Typen hätten sie sehr genau gemustert und sexistische Gesten aus der Ferne gemacht, ebenso Fotos und diese vermutlich gepostet. Etwa 30 Männer hätten ebenfalls Gesten gegenüber den Frauen gemacht, aber unterhalb der Strafbarkeitsgrenze.

Zwei der jungen Frauen hätten Angst bekommen und seien aus dem „Sophienhof“ gelaufen, verfolgt von mehreren Männern. In Sorge um die zurückgebliebene Freundin seien sie aber zurückgekehrt. Die Hauptverdächtigen hätten sich an den Tisch der Frauen gesetzt. Als sie eindringlicher geworden seien, habe ein Mann den Sicherheitsdienst informiert. Viele Männer seien geflüchtet, der Sicherheitsdienst habe fünf Männer jedoch zurückhalten können.

Die beiden Hauptverdächtigen seien wie zufällig an den Frauen vorbeigegangen, eine Frau wies darauf hin, die beiden wurden festgenommen. Die Polizei habe dann Verstärkung angefordert, da die Hauptverdächtigen stark alkoholisiert wirkten — der Wert der später genommenen Blutprobe lag am Mittwoch noch nicht vor.

Auf dem Weg zur Polizeiwache hätten sie „Beschimpfungen in astreinem Deutsch“ von sich gegeben, Beamte und auch den Arzt, der die Blutprobe nahm, bespuckt. Der Widerstand sei mit angemessenen Mitteln gebrochen worden, sagte Gutt.

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