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Bei Straftaten liegt Kiel im Trend

Polizeistatistik Bei Straftaten liegt Kiel im Trend

Leichter Anstieg nach langer Talfahrt: Kiels Polizeichef Thomas Bauchrowitz sieht bei der Entwicklung der Kriminalität in Kiel keinen Anlass zur Sorge. Die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten ist mit 24380 Fällen um 1,4 Prozent (24043 in 2013) angestiegen. Kiel befindet sich damit im Landestrend.

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Froh ist die Polizei darüber, dass die Rohheitsdelikte wie leichte und schwere Körperverletzungen sowie Raub weniger geworden sind.

Quelle: eye (Symbolfoto)

Kiel. Im Vergleich der kreisfreien Städte weist Kiel die geringste Kriminalitätsbelastung auf. Eine Zunahme gab es nach der Statistik bei Einbrüchen, zurückgegangen sind Rohheitsdelikte.

„Ein schwieriges Themenfeld ist der Einbruch in Wohnraum mit den negativen Auswirkungen für die betroffenen Bürger“, sagte Bauchrowitz. Die Zahlen sind erneut um 47 Fälle auf 779 gestiegen. Auffallend sei jedoch, dass diese Zunahme sich auf die Versuche (2013: 315; 2014: 362) bezieht. Offensichtlich scheiterten Einbrecher an gut gesicherten Häusern oder wurden von Nachbarn beobachtet, die sofort die Polizei riefen. Der Polizeichef verwies auf Präventionsveranstaltungen, bei denen die Beamten viele Bürger sensibilisiert hätten. „Dieses Thema wird uns weiter intensiv beschäftigen“, so Bauchrowitz.

 Froh ist die Polizei darüber, dass die Rohheitsdelikte wie leichte und schwere Körperverletzungen sowie Raub weniger geworden sind. Die Statistik weist einen Rückgang von 112 auf 3399 Fälle auf. Eine besonders herausragende Tat war 2014 der Überfall auf einen An- und Verkaufsladen am Exerzierplatz, bei dem zwei Täter Uhren und Schmuck im Wert von 500000 Euro erbeuteten. Die beiden Männer gehörten einer international agierenden litauischen Bande an. Die Kripo hat die brutale Tat in diesem Jahr aufgeklärt. Die Zahl der Widerstandstaten gegen Polizisten sank von 240 Fällen in 2013 auf 184. Zehn Beamte wurden dabei verletzt.

 Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten ist die Zahl der Tankbetrüger immens gestiegen. Das führt die Polizei auf den teuren Sprit im vergangenen Jahr zurück. Die Betrügereien im Internet schnellen auch immer weiter in die Höhe: Beim Warenkreditbetrug kam es zu einem Anstieg von 153 Fällen auf 1224. „Diese Taten werden aber nur erfasst, wenn sicher feststeht, dass Tatverdächtige aus dem Bundesgebiet heraus gehandelt haben“, sagte Thorsten Steffens, Leiter der Bezirkskriminalinspektion. Gerade bei diesen Delikten appellierte Bauchrowitz an die Eigenverantwortung der Internetnutzer, vermeintliche Schnäppchen sehr sorgfältig zu prüfen.

 In Bereich der Aufklärungsquote liegt die Kieler Polizei leicht unter dem Landesdurchschnitt: Es wurden nur 46,7 Prozent der Straftaten aufgeklärt. „Wir werden weiter unsere Anstrengungen intensivieren und die Qualität unserer Arbeit verbessern“, so der Behördenleiter. Durch die mit dem Kriminalitätsbekämpfungssystem (KBS) entwickelte enge Verzahnung von aktueller Lage, Ermittlungen und Einsätzen könnten die Beamten zügig auf Kriminalitätsphänomene reagieren.

 8058 Tatverdächtige wurden ermittelt, etwa 40 Prozent von ihnen waren polizeilich bekannt. Etwa 70 Prozent leben in Kiel, drei Viertel sind männlich. Die Jugendlichen und Heranwachsenden stellen 18,5 der Verdächtigen, diese Gruppe macht aber nur 6,6 Prozent der Kieler Bevölkerung aus.

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Günter Schellhase
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