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So erkennen Senioren die Tricks

Kiel So erkennen Senioren die Tricks

Statt eines Wäschetrockners gab es eine Leine und Wäscheklammern: Auf intelligente und humorvolle Art klärte Ex-Polizist Hans-Joachim Homuth mit Handpuppen etwa 70 Senioren im Ratssaal über Trickbetrügereien auf. Für seine witzigen Geschichten mit ernstem Hintergrund gab es begeisterten Applaus.

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Hans-Joachim Homuth klärt mit Puppe Klara Korn die etwa 70 Senioren über den Enkeltrick auf.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Besonders seine Figur Klara Korn, die Opfer eines Enkeltricks wurde, amüsierte die Zuhörer. Die „Leitstelle Älter werden“ der Stadt hatte zu der Veranstaltung eingeladen.

Homuth ist ein guter Schauspieler. 25 Jahre hat er bei der Puppenbühne der Hannoveraner Polizei mitgespielt. Bis Dienstag erreichte er bei 744 Veranstaltungen etwa 30000 Senioren und warnte sie vor Trickbetrügern. „Ältere Menschen sind nett und hilfsbereit, deswegen werden sie oft Opfer“, sagt der 63-Jährige. Sie müssten unbedingt lernen, nein zu sagen. Und schon meldet sich die rüstige Rentnerin Klara Korn zu Wort und schimpft, dass sie auf den fiesesten Trick überhaupt reingefallen sei. „Hallo Omi, ich hatte einen Verkehrsunfall und der andere will sofort 6000 Euro haben“, fiept Homuth mit verstellter Stimme. Omi will Elke helfen, verspricht zur Bank zu gehen. Elke ruft wieder an, diesmal weint sie. Der Geschädigte habe Rückenschmerzen und wolle nochmals 6000 Euro Schmerzensgeld.

Klara Korn sagt auch das zu und hob 12000 Euro ab. Ihre beste Freundin Jessica würde kommen und das Geld holen, weil sie sich nicht vom Unfallort entfernen dürfe, sagt Elke. Jessica erscheint, bekommt das Geld und verschwindet. „Mein Schwiegersohn hat mit mir geschimpft. Meine Tochter hat klargestellt, dass meine Enkelin nicht Elke, sondern Heike heißt“, sagt die rüstige Rentnerin alias Homuth. Sie schämt sich, auf diesen Trick hereingefallen zu sein. Der Ex-Polizist legt die Puppe beiseite und nimmt die Besucher ins Gebet. „Sprechen Sie mit Ihrer Familie, arbeiten Sie Besonderheiten heraus, an denen Sie Enkel und Neffen erkennen können“, rät er. Persönliche Details wie beispielsweise Vorlieben oder auch Allergien solle man abfragen, um sicherzugehen. Wer helfen will, sollte Geld nur bekannten Familienmitgliedern persönlich übergeben.

Dann holt Homuth Herrn Koslowski aus der Kiste. Den lässt er über eine Einkaufsfahrt berichten, die in einem Bus mit defekter Heizung beginnt. Das sei zwischen Busfahrer und Organisatoren vorab besprochen worden, um Decken für die Rückfahrt zu verkaufen. „Als ich dann meine 2500 Euro Gewinn abholen wollte“, wettert Koslowski, „sagte der Mann, dass mir das beim Kauf von Heizdecken für 4000 Euro gutgeschrieben wird.“ Raunen im Publikum. Via Puppe erzählt der Ex-Polizist, dass das versprochene Drei-Gänge-Menü nicht aus Vorspeise, Hauptgericht und Dessert bestehe, sondern aus Brötchen, Wurst und Senf. Launig klärt Homuth weiter auf über Gewinnversprechen am Telefon, bei denen der Angerufene lange in der Warteschleife hängt und sich später über eine exorbitant hohe Telefonrechnung wundert. „Niemand hat etwas zu verschenken. Legen Sie sofort auf“, gibt Homuth seinen Zuhörern mit auf den Weg.

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Ein Artikel von
Günter Schellhase
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