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Polizist im Einsatz schwer verletzt

Schulstraße Polizist im Einsatz schwer verletzt

Ein Polizist ist in der Nacht zu Sonntag bei einem Einsatz in der Schulstraße in Kiel schwer verletzt worden. Der 37-Jährige erlitt mehrere Brüche im Gesichtsbereich und muss nun operiert werden. Der Tatverdächtige konnte ermittelt werden.

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Ein Polizist erlitt bei einem Einsatz in Kiel mehrere Brüche im Gesicht. Er muss operiert werden.

Quelle: Oliver Berg/dpa

Kiel. Die Gewalt gegen Polizisten nimmt seit Jahren zu. Jetzt erschüttert eine besonders brutale Attacke auf einen Beamten in Kiel die Landespolizei: Ein 37-jähriger Beamter erlitt schwere Kopfverletzungen, als er von einem Angreifer unvermittelt mehrere Faustschläge ins Gesicht bekam und daraufhin mit dem Kopf gegen einen Mauervorsprung stürzte.

Die Attacke ereignete sich in der Nacht zu Sonntag im Kieler Stadtteil Gaarden. Offenbar hatte es eine Gruppe von elf jungen Männern gezielt auf eine Konfrontation angelegt. „Während einer Streifenfahrt wurden zwei Beamte des 4. Reviers in der Schulstraße aus einer Personengruppe heraus mit einem Laserpointer geblendet, sodass sich die Kollegen zu einer Kontrolle entschlossen“, berichtet Matthias Arends von der Polizeidirektion Kiel. Die Situation sei von Anfang an schwierig gewesen: Die Männer hätten sich „hochaggressiv und unkooperativ“ gezeigt, woraufhin die beiden Polizisten weitere Streifenwagen zur Unterstützung gerufen hätten.

„Als die Beamten die Personalien der Gruppe aufnehmen wollten, schlug ein 20 Jahre alter Tatverdächtiger unvermittelt auf einen der Kollegen ein, als dieser einer anderen Person zugewandt war“, so Arends. Nachdem der Angreifer den Polizei-Obermeister hinterrücks attackiert hatte und dieser sich umdrehte, schlug er dem Beamten dreimal ins Gesicht. Der Polizist ging zu Boden und erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma, einen mehrfachen Nasenbruch, einen Bruch der Augenhöhle, einen Jochbeinbruch und einen Bänderriss am Fuß.

Nach dem Angriff flüchtete der Schläger, konnte aber wenig später von der Polizei ausfindig gemacht werden. Sein 21-jähriger Bruder versuchte am Tatort ebenfalls, die Beamten zu attackieren, konnte aber mit Pfefferspray überwältigt werden. Gegen die beiden laut Arends „polizeilich hinreichend bekannten Brüder“ türkischer Abstammung wurden Ermittlungsverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet. Haftgründe hatte ein Staatsanwalt nicht erkennen können. Der schwerverletzte 37-Jährige wurde ins Krankenhaus gebracht und muss nach Polizei-Angaben in dieser Woche operiert werden.

Insgesamt zählte die Landespolizei allein am vergangenen Wochenende sieben Einsätze, bei denen Polizisten angegriffen worden sind. „Die Gewalt gegen Polizisten ist nicht akzeptabel“, sagt Jürgen Börner vom Landespolizeiamt in Kiel. Dennoch steigt die Anzahl von Körperverletzungen seit Jahren. Wurden 2011 landesweit 118 Fälle registriert, waren es 2015 bereits 371. Mit intensivem Einsatztraining versucht die Landespolizei, Gefahren für Polizisten zu minimieren. Zusätzlich sind in den vergangenen zwei Jahren 2,2 Millionen Euro für die Anschaffung von neuer Sicherheitsausrüstung investiert worden.

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Zeugen gesucht
Foto: Zeugen gesucht: Ein Polizist wurde bei einem Einsatz in Kiel-Gaarden schwer am Kopf verletzt.

Den brutalen Angriff auf einen Polizisten in Kiel-Gaarden haben nach Angaben der Polizei etwa 30 Schaulustige verfolgt. Dabei dürfte die Attacke auch mit Smartphones gefilmt worden sein. Der 37-Jährige wurde bei dem Einsatz schwer verletzt.

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