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Neubaupläne stehen auf der Kippe

Post verlängert Mietvertrag Neubaupläne stehen auf der Kippe

Es schien schon alles klar: Das Posthofgelände in Gaarden soll bebaut werden. 600 bis 800 Wohneinheiten sollten entstehen, erste Pläne und Visualisierungen wurden im Herbst im Bauausschuss und im Ortsbeirat präsentiert.

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Bis zu 800 Wohneinheiten sollten auf dem Gaardener Post-Gelände entstehen. Nun zerschlagen sich die Pläne, da der Konzern seinen Mietvertrag für das Areal verlängert hat.

Quelle: Ulf Dahl

Gaarden. Doch jetzt steht offenbar alles auf der Kippe. Denn die Deutsche Post, die das Gelände derzeit noch nutzt, hat ihren Mietvertrag verlängert. Eigentlich sollte der im Juni 2018 auslaufen, jetzt hat die Post ihn bis 2020 verlängert, so das Stadtplanungsamt.

 Die dadurch entstehende Verzögerung sorgt in der Verwaltung für Unmut. „Wir wollen die Fläche ja entwickeln und keine Rohrkrepierer erzeugen“, sagte Baudezernent Peter Todeskino in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Er habe derzeit nicht den Eindruck, dass ernsthafte Investoren an dem Projekt beteiligt seien.

 Der Bauausschuss stimmte daher dafür, das Gelände im Bauleitplanverfahren zurückzustufen und stattdessen der Erarbeitung eines Bebauungsplanes für das Gebiet in Holtenau-Süd in der Nähe des Flughafens eine höhere Priorität einzuräumen. „So schnelllebig ist das Geschäft. Aber wir müssen jetzt handeln“, sagte Bauausschussmitglied Wolfgang Homeyer (CDU) im Hinblick auf die neuen Entwicklungen. Schließlich seien ihnen erst vor wenigen Monaten die Pläne für das Wohnprojekt auf dem Posthofgelände präsentiert worden.

 Drei verschiedene Varianten hatte das Frankfurter Büro Planquadrat für das Gelände am Karlstal im September vorgestellt. Fünf- bis siebenstöckige Gebäude sollten auf dem fünf Hektar großen Gelände entstehen, umgeben von Grünanlagen. Neben 600 bis 800 Wohneinheiten, von denen 30 Prozent Sozialwohnungen sein sollten, war auch der Bau von Gewerbeeinheiten im Gespräch. Ziel war es, dass Gaarden durch den Bau der Wohnhäuser stärker an die Innenstadt angebunden wird. Auch die tatsächliche Vollendung der bisher unvollendeten Gaardener Brücke rückte durch die Pläne in greifbare Nähe.

 Nun scheint aber alles anders zu kommen: Nicht vor 2020 wird die Post das Gelände verlassen, möglicherweise noch später. Denn nach Auskunft des Stadtplanungsamtes hat die Post im Mietvertrag die Option, diesen um weitere drei Jahre zu verlängern. Das habe das Unternehmen gemacht. „Das ist das Recht der Post und im Mietvertrag so geregelt“, erklärt Florian Gosmann, Leiter des Stadtplanungsamtes.

 Warum der Grundstückseigentümer, die Immobiliengesellschaft Dream Global Advisors mit Sitz in Frankfurt, davon ausgegangen ist, dass die Deutsche Post auf die Option, den Vertrag zu verlängern, verzichten wird und stattdessen schon 2018 das Gelände verlässt, ist unklar. Die Frankfurter Firma wollte sich zu dem Thema nicht äußern. Und auch bei der Deutschen Post zeigte man sich schmallippig. „Wir haben einen laufenden Mietvertrag. Alles weitere besprechen wir mit dem Vermieter“, ließ ein Sprecher auf Anfrage wissen.

 Wie es mit dem Gelände und den Entwicklungsplänen nun weitergeht, steht derzeit in den Sternen. „Es ist müßig, Pläne zu machen, wenn wir nicht wissen, wie es weitergeht“, sagt Gosmann. Fest stehe, dass das Bauleitverfahren durch den Beschluss des Bauausschusses nun erst mal in den Ruhezustand versetzt worden ist. Wann das Verfahren wieder aufgenommen wird und ob die bereits erarbeiteten und präsentierten Pläne irgendwann umgesetzt werden, ist unklar. Sicher ist wohl nur, dass die Post das Gelände noch mindestens bis 2020 nutzen wird, möglicherweise auch bis 2023.

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