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Ein Flashmob mit ganz viel Energie, Schwung und Freude

Premiere für Kiel Ein Flashmob mit ganz viel Energie, Schwung und Freude

Auch wenn sie ein hohes Alter erreicht haben, gehören viele noch lange nicht zum alten Eisen. Wie viel Energie, Schwung und Freude reife Lebensjahre mit sich bringen können, zeigten die rund 40 Teilnehmer des ersten Kieler Flashmob zum Weltseniorentag gestern auf dem Blücherplatz.

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Gute Stimmung und Sonnenschein: Die Senioren eroberten am Sonntag den Blücherplatz..

Quelle: Karina Dreyer

Blücherplatz. Gordon und Maike Fölz sowie Niklas Doose vom Büro Senioren-Assistenz SH haben den Flashmob nach einer Idee des Hamburger Vereins „Wege aus der Einsamkeit“ initiiert. Der lädt seit drei Jahren die Generation 65 plus zur Spontanparty am Weltseniorentag ein. Der wiederum wurde 1990 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. „Um die ältere Generation zu würdigen und den demografischen Wandel in der Gesellschaft bewusster zu machen“, erklärte Gordon Fölz. Man assoziiere ältere Menschen oft mit dem Alleinsein, körperlichen Beeinträchtigungen und Hilfebedürftigkeit, betonte Mitinitiator Doose. „Es gibt aber auch viele vitale Leute, die unternehmungslustig sind, mit dem Wissen, dass sich das im Alter schnell ändern kann.“ Doose hat Zahlen parat: Es leben 17 Millionen Menschen im Alter von über 65 Jahren in Deutschland, ein Drittel davon allein. Wenn man noch fit sei, „kann man selbst daran etwas verändern, um sich nicht allein zu fühlen“, sagt er. Zum Beispiel zum Flashmob gehen.

 Flashmobs sind eigentlich spontane Verabredungen vieler, vor allem jüngerer Menschen über das Handy oder das Internet. Die Initiatoren gingen aber den Weg über die Presse und Plakate, denn die meisten Senioren dieser Generation ist der Umgang mit dem Internet fremd.

 Helga Mohan schaute vorbei, weil es sich interessant anhörte. Die 69-Jährige ist sehr aktiv in einem Stadtteilnetzwerk und bildet sich fort. Auch Monika Bless lernt mit ihren 74 Jahren noch gerne und betätigt sich ehrenamtlich. Beide treffen sich gerne mit anderen. In Bewegung und Kontakt bleiben lautet ihr Rezept gegen das Alleinsein im Alter. Auch Giesela Mentzer war neugierig auf den Flashmob. Die 70-Jährige reist gerne und hat einen sehr guten Freundeskreis, den sie pflegt. „Man kann ja nicht erwarten, dass die Leute bei einem anklopfen“, findet sie. Rausgehen, andere Leute treffen, damit man gesehen wird, ist ihr Motto. Wie auf der spontanen Party, auf dem nach dem eigenen Flashmob-Lied „Spark of Life“ (Lebensfunke) vergnüglich getanzt wurde. „Es geht um die Einstellung der Gesellschaft zum Alter: Wir sollten es positiv sehen, es hat doch so viel zu bieten“, betonte Alltagsbegleiterin Eleonore Mihm, 66 Jahre jung.

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