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Uni-Hochhaus leuchtet bundesweit

Projekt „Lighthouse“ Uni-Hochhaus leuchtet bundesweit

Das Telefon von Jonas Lutz steht nicht mehr still. Mit dem bekannten Computerspiel Tetris auf Kiels größtem Bildschirm am 14-stöckigen Hochhaus der Christian-Albrechts-Universität hat er gemeinsam mit seinen Mitstreitern über Nacht bundesweite Berühmtheit erlangt.

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Farbenfroh und prominent: Student Christian Kulessa und seine Mitstreiter schaffen es mit ihrem Tetris-Spiel auf riesiger Mattscheibe bis in die "heute"-Nachrichten.

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Es macht uns natürlich stolz, dass unser Projekt jetzt so wahrgenommen wird. Den Medienrummel sehen die meisten von uns allerdings gelassen“, erklärt Lutz.

Rund eineinhalb Jahre lang haben Jonas Lutz, Andreas Boysen, Merlin Kötzing und Chris Kulessa, Studierende der Wirtschaftsinformatik und Informatik, an ihrem Projekt „Lighthouse – Wir leuchten, wenn man uns lässt“ gefeilt. In allen 392 Fenstern des Uni-Hochhauses hatten die Studierenden für ein Gesamtbudget von 30000 Euro 66 Zentimeter lange Aluminiumleisten mit jeweils 144 LEDs installiert. „Leuchtturm von Kiel“, nennt Jan Winters von der Pressestelle der CAU diesen Blickfang am Westring. Unsere Zeitung berichtet bereits seit Monaten über den ungewöhnlichen Monitor – beispielsweise über die Idee eines digitalen Countdowns zum Olympia-Bürgerentscheid. Jetzt haben die Kieler mit dem überdimensionalen Tetris-Spiel seit Mittwoch den Sprung in die deutschlandweite Berichterstattung geschafft, sogar bis in die „heute“-Sendung des ZDF.

Bundesweite Aufmerksamkeit in den Medien

Auch mit einem Beitrag im ARD-„Nachtmagazin“ hatten sie nicht gerechnet. „Dass wir es auch in diese Sendung schaffen, haben wir eigentlich bis zum Abend nicht geglaubt. Aber dann war klar, morgen wird es viele Anrufe geben“, sagt Wirtschafts-Informatiker Lutz. Der „Tagesschau“-Kanal stellte darüber hinaus ein Video ins soziale Netzwerk Facebook. Das Filmchen hatte am Donnerstagabend über eine halbe Million Aufrufe. Und auch die Anrufe kamen. Reuters, RTL, NDR, ZDF, „Süddeutsche Zeitung“, „Spiegel Online“, RSH und sogar kleinere Tageszeitungen hatten das Thema aufgegriffen. Der Auslöser war offenbar ein Bericht der Nachrichtenagentur dpa. „Da überfliegt man morgens die Website von Spiegel Online, und auf einmal ist da ein Foto von Merlin. Das war schon witzig“, erzählt Lutz.

Die große Begeisterung für Tetris seitens der Presse ist für ihn nachvollziehbar. Das Spiel aus den 80er-Jahren fasziniere die Menschen. „Es bewegt sich etwas auf dem Bildschirm und der innere Spieltrieb kommt automatisch. Die Leute kennen es und haben es selber gespielt – aber eben noch nicht auf einer 43-Meter-Bildschirmdiagonale.“ Auch andere beliebte Klassiker wie Pong, Snake und Breakout flackerten schon über das CAU-Hochhaus. In Zukunft sollen weitere traditionelle Spiele auf der XXL-Fläche angetestet werden. „Ich träume noch von Pac-Man oder Space Invaders“, sagt Lutz.

Schon mit europaweiten Preisen ausgezeichnet

Europaweit scheint die Bildschirm-Idee ebenso gut anzukommen wie in den Medien. Am Osterwochenende erhielten die Studierenden den ersten Preis beim internationalen Wettbewerb „Revision Demoscene Party“ in Saarbrücken in der Kategorie „Wild Competition“, bei der es um ungewöhnliche Hardware ging. „Und ungewöhnlich ist ein Hochhaus als Hardware allemal“, sagt Winters, der sich als Vertreter der Universität über den Erfolg der Studierenden freut. „Es ist ein schönes Beispiel, was auch zukünftige Studierende mit dem Fach Informatik und dem Programmieren schaffen können.“ Auf der CAU- Facebookseite sei es der Beitrag mit den meisten Reaktionen gewesen, so Winters.

Für die Entwickler hört ihr Engagement nicht mit den Computerspielen auf. „Wir wollen in die Forschung und in die Lehre. Das soll keine einmalige Sache werden“, erklärt Lutz. Der ganze Wirbel in den Medien hatte für ihn auch einen kleinen Nachteil. „Von den ganzen Telefonaten ist meine Stimme ganz heiser geworden.“

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Kathrin Mansfeld
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Projekt Lighthouse
Foto: Im Rahmen ihres Projektes «Lighthouse» haben Studenten der CAU Kiel 57.000 LED-Leuchten an den 392 Fenstern des 14-stöckigen Hochhauses installiert und können jetzt damit verschiedene Computerspiele spielen.

Fernseher sind zu klein für Videospiele — dachten sich Studenten der CAU Kiel. Also funktionierten sie über das „Projekt Lighthouse“ die Fenster des Uni-Hochhauses zu einem 1700-Zoll-Display um. Seitdem spielen sie dort die Klassiker Tetris und Breakout. Und nicht nur das.

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