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Er eifert Peter Lustig nach

Projekt "Quereinsteiger" Er eifert Peter Lustig nach

Paul Teubler gehört zu den sieben Männern aus Schleswig-Holstein, die im Rahmen des Bundesprojekts „Quereinstieg“ einen Neuanfang gewagt haben. Sie gaben ihre früheren Berufe auf, um eine dreijährige Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher zu machen. Das war vor sechs Monaten. Paul Teubler hat den Schritt nicht bereut.

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Paul Teubler (35) ist Teilnehmer des Bundesprojekts "Quereinstieg" und macht eine dreijährige Ausbildung zum Erzieher - hier in der Pädiko-Kita EinStein in Neumeimersdorf.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. „Ich bin im pädagogischen Bereich angekommen“, sagt er. Schon in der Zeit, als er als Umweltingenieur bei einer Solar-Technik-Firma gearbeitet hat, habe er nebenbei mit hochbegabten Kindern zweimal im Monat naturwissenschaftliche Experimente gelöst. Der vor kurzem verstorbene Kinderbuchautor und Fernsehmoderator Peter Lustig, so erzählt Paul Teubler, sei sein Idol gewesen. Seine ersten pädagogischen Erfahrungen kamen ihm zugute, als er sich im Jahre 2012 selbständig machte. Als begeisterte Naturerlebnissportler (Kanu und Hochseilgarten) organisierte er Erlebnistouren. „Ich habe gemerkt, einen Draht zu Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern den Leuten zu finden", sagt der heute 35-Jährige im Rückblick.

Diese Erfahrung habe ihn bestärkt, den „Quereinstieg" in die immer noch deutlich von Frauen dominierte frühkindliche Bildung in Kindertagesstätten zu wagen. Laut Pädiko-Geschäftsführerin Monika Clausing seien im Bundesdurchschnitt lediglich sechs Prozent der Belegschaft in einer Kindertagesstätte männlich.

Gute Alternative für Ältere

Sieben Männer haben im vergangenen September die dreijährige berufsbegleitende Ausbildung begonnen. Dabei erleben sie drei Tage in der Woche die Praxis in den Kitas, zwei Tage besuchen das Berufsbildungszentrum in Mölln. Für Paul Teubler steht fest, dass er das Programm jetzt durchziehen und staatlich anerkannter Erzieher werden will. Ob er später in einer Kita oder an einer Schule arbeiten will, lässt er noch offen. Er weiß aber, dass er „bei der Arbeit mit Kindern richtig“ ist. In dem Projekt „Quereinstieg“ sieht er eine gute Alternative für ältere Menschen, sich beruflich umzuorientieren.

In der Erzieherausbildung müssen die Quereinsteiger in mindestens zwei pädagogischen Arbeitsfeldern praktisch arbeiten. Sie wechseln im kommenden Ausbildungsjahr in die Krippen-, Schulkind-, Elementar- oder integrative Betreuung. Pädiko bemüht sich dabei, Wünsche aufzunehmen. Aktuell läuft das Einstellungsverfahren für ein neues Quereinsteiger-Projekt (Männer und Frauen), das am 1. September dieses Jahres startet. Von den sechs Plätzen sind zurzeit noch drei frei.

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