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Autos gleich serienweise abgefackelt

Prozess in Kiel Autos gleich serienweise abgefackelt

Sie setzten dutzendweise parkende Autos in Brand und hinterließen ganze Straßenzüge in flammendem Chaos: Zwei Brandserien mit insgesamt sechsstelligem Sachschaden, dazu schweren Einbruchs- und Bandendiebstahl legt die Anklage einem Kieler Trio zur Last, das sich ab Dienstag in einem Prozess vor dem Landgericht wegen insgesamt 44 Straftaten verantworten muss.

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Autos in Serie abgefackelt: Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten unter anderem vor, kurz vor Weihnachten 2014 in Mettenhof Pkw angezündet zu haben.

Quelle: TVR

Kiel. Die mutmaßlichen Wiederholungstäter – eine Kielerin (29) aus Dietrichsdorf, ihr Ehemann (27) und ein zeitweise von ihnen aufgenommener Bekannter (26) – sitzen seit dem 24. Januar 2014 in Untersuchungshaft. Aus purer Langeweile und Zerstörungswut sollen sie gehandelt haben, als sie in der Nacht zum 14. Oktober sechs Pkw und einen Lieferwagen in Brand setzten.

 Als die Feuerwehr kurz nach Mitternacht mit 35 Mann anrückte, stand der Parkplatz am Masurenring/Langer Rehm im Stadtteil Dietrichsdorf auf 150 Metern Strecke in hellen Flammen. Offenbar hatten die Brandstifter Grillanzünder auf die Reifen gelegt. Sieben Fahrzeuge brannten völlig aus, drei weitere wurden aufgrund der Hitzeentwicklung beschädigt.

 Auslöser für eine zweite Autobrandserie mit doppeltem Ausmaß am südöstlichen Rand von Kiel-Mettenhof soll ein versuchter Versicherungsbetrug gewesen sein: Angeblich wollten die Angeklagten kurz vor Weihnachten 2014 den Pkw eines Bekannten am Roskilder Ring abfackeln. Dreizehn weitere Autos zündeten sie gleich mit an, wirft die Staatsanwaltschaft ihnen vor, um die eigentliche Tat zu vertuschen.

 Für den Besitzer eines völlig ausgebrannten Audi A 6 war der Tatort zwischen vierstöckigen Wohnblocks bis dahin „die schönste und ruhigste Gegend Mettenhofs“. Am Morgen des 18. Dezember fand der 26-Jährige von seinem teuren Pkw nur noch das Nummernschild unter einer Rußschicht. Auch den anderen Betroffenen und ihren Familien verdarb der Verlust die Feststimmung. „Wer macht sowas?“, fragten sich verunsicherte Anwohner.

 Wie die Vandalen sollen die angeklagten Männer auch bei diversen Einbrüchen gewütet haben. Besonders drastisch gingen sie in der Nacht zum 22. Januar im Haus eines Gemüsehändlers im Stadtteil Rönne vor. Der Kieler Marktstandbetreiber kaufte am frühen Morgen gerade in Hamburg frische Ware ein, als zu Hause die Einbrecher einstiegen.

 Als der Händler heimkam, fehlten nicht nur Bargeld, Schmuck, Laptop und eine Münzsammlung. Im Haus war der Spülkasten aus der Wand gerissen, die halbe Etage unter Wasser gesetzt. Im Wohn- und Schlafzimmer hatten die Täter Heizkörper aus der Wand gerissen, Tapeten mit rohen Eiern und Mayonnaise verschmiert, einen Schreibtisch samt Drucker, Fax und Scanner demoliert und das Gehäuse eines LED-Fernsehgeräts mit alkoholischen Getränken aufgefüllt. Auf der Flucht wurden die Angeklagten wenig später kontrolliert und festgenommen, im Kofferraum ihres Wagen fanden sich Diebesgut und Fesselungsmaterial.

 An die Grenze des Ruins hatten die Einbrecher zuvor einen Kioskbetreiber in Laboe getrieben, den sie laut Anklage drei Mal hintereinander heimsuchten, um Tabakwaren, Spirituosen und Rubbellose zu stehlen. Besonders dreist auch der doppelte Einbruch in einer Kieler Autowaschanlage an der Eckernförder Straße und einem Heikendorfer Einkaufsmarkt im Dezember 2014. Nur Stunden nachdem der Inhaber des Supermarkts den zerschlagenen Eingangsbereich für die Nacht provisorisch durch einen abgestellten Lkw gesichert hatte, kamen die Täter an Heiligabend zum zweiten Mal. Sie brachen das Fahrzeug auf, schoben es beiseite und stiegen erneut ins Gebäude ein.

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