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Dealer mit Elektroschocker und Messer malträtiert

Prozess in Kiel Dealer mit Elektroschocker und Messer malträtiert

Ein martialischer Gewaltakt in der Drogenszene wurde am Montag im Kieler Amtsgericht in aller Kürze abgehandelt: Im April 2014 hatten zwei junge Schläger einen mutmaßlichen Drogenhändler in dessen Wohnung auf dem Ostufer überfallen.

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Ein martialischer Gewaltakt in der Drogenszene wurde am Montag im Kieler Amtsgericht in aller Kürze abgehandelt.

Quelle: Arne Dedert/dpa

Kiel. Die Eindringlinge malträtierten ihn mehrfach mit einem Elektroschocker, stachen ihm zweimal ein Messer in den Oberschenkel, zertrümmerten ihm das Nasen- und das Jochbein.

Noch vor Belehrung der Angeklagten über ihr Recht, sich zu den Vorwürfen zu äußern oder zu schweigen, regte die Strafrichterin einen Deal an. Das Urteil folgte der internen Absprache mit der Anklage und der Verteidigung. Der ältere Angreifer (24) mit dem Messer wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu 900 Euro Geldstrafe (90 Tagessätze à zehn Euro) verurteilt, sein Begleiter (22) mit dem Elektroschocker unter Androhung einer Geldstrafe in gleicher Höhe lediglich verwarnt.

 Als Gegenleistung räumten die beiden Hartz-IV-Empfänger, die schon früher wegen Körperverletzung aufgefallen waren, den Vorfall ein. Sie sollen je 800 Euro Schmerzensgeld an den Geschädigten zahlen. Strafmildernd wertete die Richterin, dass sich die Beteiligten im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs wieder versöhnt hätten.

 Das behauptet jedenfalls die Verteidigung. Der erheblich verletzte Geschädigte des nächtlichen Rollkommandos in Kiel-Dietrichsdorf wurde im Prozess ebenso wenig gehört wie zwei Zeuginnen, die den Überfall selbst miterlebt haben sollen. Laut Anklagevertretung drohten die Angreifer den beiden Frauen damals an, sie zu töten, falls sie aussagen.

 Ob der Verletzte in ähnlicher Weise unter Druck gesetzt wurde, blieb gestern offen. Der Ladung zur Zeugenaussage folgte er nicht. Die Angeklagten bekannten sich zum Tatmotiv Rache. Einer erklärte, das Opfer habe seinem kleinen Cousin gestrecktes Haschisch verkauft. Angeblich musste der Junge ins Krankenhaus, nachdem er den Stoff konsumiert hatte.

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