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Doping-Händler vor Gericht

Prozess in Kiel Doping-Händler vor Gericht

Zwei Angeklagte sollen einen schwunghaften Doping-Handel aufgezogen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelte mehrere Jahre lang. Jetzt beginnt der Prozess in Kiel. Beide Männer schweigen.

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Zwei Männer aus dem Großraum Hamburg sollen jahrelang in großem Stil illegal mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln gehandelt haben.

Quelle: dpa

Kiel. Zwei Männer aus dem Großraum Hamburg sollen jahrelang in großem Stil illegal mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln gehandelt haben. Die Arzneien sollen vor allem zu Dopingzwecken im Sport und zur sexuellen Stimulation bestimmt gewesen sein. Beide Angeklagten schwiegen am Dienstag zum Prozessauftakt vor dem Kieler Landgericht.

Dem 45-jährigen Hauptangeklagten — er war Inhaber und alleiniger Geschäftsführer einer Firma mit Sitz in Kayhude (Kreis Segeberg) und in Hamburg — warf die Staatsanwältin 71 Fälle vor. Der mögliche Schaden: rund 2,1 Millionen Euro. Sein damaliger Einkaufs- und Verkaufsleiter ist wegen 15 Fällen in den Jahren 2005 bis 2007 angeklagt. Auch der 40-Jährige schwieg zunächst. Dem Hauptangeklagten droht eine mehrjährige Haftstrafe.

Die Staatsanwaltschaft ermittelte seit 2007 in über 170 Fällen im In- und Ausland. Der Zoll war auf den schwunghaften Handel aufmerksam geworden. Laut Anklage verhandelten die beiden Männer über die Lieferung der verschreibungspflichtigen Arzneien unter anderem mit Herstellern und Großhändlern aus China, dem Libanon, Griechenland, Spanien und Italien. Dabei sollen oft tausende Ampullen mit Anabolika und Testosteron sowie Potenzmitteln geordert und dann über das Internet direkt an Großabnehmer und Endverbraucher weiterverkauft worden sein.

Nach Angaben der Vorsitzenden hatte die Kammer 2013 ein Vorgespräch initiiert, um die Möglichkeiten einer Verständigung auszuloten. Dabei war dem Hauptangeklagten für den Fall eines Geständnisses ein Strafmaß von rund fünf Jahren in Aussicht gestellt worden. Die Verteidigung wollte jedoch allenfalls eine Bewährungsstrafe akzeptieren. Für das Verfahren sind bis Anfang Juni insgesamt sieben Verhandlungstage geplant.

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