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Trennungsgespräch endet mit Gewaltorgie

Messerstecher vor Gericht Trennungsgespräch endet mit Gewaltorgie

Ausgerechnet im Schlafzimmer ihres neuen Lebensgefährten soll eine Kieler Studentin ihrem Ex-Freund (24) eine letzte Aussprache gewährt haben. Als sein Nachfolger das Zimmer betritt, rastet er aus und sticht zwei Dutzend Mal mit einem Messer zu, so der Tatvorwurf.

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Der massive Polizeieinsatz am 16. Oktober vergangenen Jahres hatte massive Verunsicherung in Suchsdorf ausgelöst. Die Polizei suchte nach dem bewaffneten Messerstecher, der jetzt vor Gericht steht.

Quelle: Tim Eckert

Kiel. Seit Freitag muss sich der Kieler wegen versuchten Totschlags vor dem Kieler Landgericht verantworten. Das Opfer überlebte die Messerattacke am 16. Oktober 2016 nur knapp. Noch als der 43-jährige Jurist am Boden lag, stach der Angreifer weiter wie rasend auf ihn ein – insgesamt 24-mal. Neun Stiche in den Oberkörper verletzten mehrere lebenswichtige Organe. Staatsanwalt Timo Beck spricht von akuter Lebensgefahr. Der Angeklagte habe erst von dem 43-Jährigen abgelassen, als er annahm, ihn getötet oder ihm zumindest tödliche Verletzungen zugefügt zu haben.

Tatort war die Wohnung des Opfers in der Schauenburgerstraße. Hier soll der Ex-Freund gegen ein Uhr morgens Einlass gefunden haben. Nach etwa einer Stunde signalisierte ihm die 22-Jährige, das Vier-Augen-Gespräch nun beenden zu wollen. Auch sie erlitt Verletzungen bei der Messerattacke. Die Frau konnte aus der Wohnung in ein nahe gelegenes Szenecafé flüchten und die Polizei alarmieren. Der Täter verließ die Wohnung kurz vor dem Eintreffen der Beamten. Die Polizei leitete umgehend eine Großfahndung ein. Bis zu 25 Streifenwagen waren an der Suche nach dem Täter in Kiel-Suchsdorf beteiligt.

Ausnahmezustand in Kiel-Suchsdorf

Mit der Absperrung ganzer Straßenzüge und der Bewaffnung mit Maschinenpistolen lösten die Fahnder bei der Bevölkerung im Stadtteil teils massive Verunsicherung aus. Besorgte Anwohner dachten an einen Terror- oder Amokeinsatz, bekamen aber von den Beamten keine Antwort auf ihre Fragen nach dem Gefahrenpotenzial. Später bat ein Polizeisprecher um Verständnis: Immerhin habe man nach einem bewaffneten Straftäter gefahndet. Der stellte sich am Abend der Polizei.

Ohne erkennbare Emotionen sitzen sich die Parteien vor Prozessbeginn in der nüchternen Atmosphäre des Schwurgerichtssaals gegenüber. Dann vertagt sich die Kammer unter dem Vorsitzenden Richter Jörg Brommann: Zur Wahrung von Fristen muss sie noch am selben Tag einen parallel laufenden Mordprozess um die Erschießung eines Autohändlers in Rendsburg fortsetzen. Ein Urteil im jetzt eröffneten Prozess wird Ende des Monats erwartet.

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