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Nicht alles ist schlecht an Europa

„Pulse of Europe“-Demo Nicht alles ist schlecht an Europa

Sie verweisen auf die vielen Vorteile Europas: Die Anhänger der „Pulse of Europe“-Bewegung wollen am Sonntagmittag auf dem Rathausplatz in Kiel demonstrieren.

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Zum Organisationsteam der Demo gehören Sebastian und Constanze Heß, Christian Kaernbach, Ilka Hübner, Benjamin Funke, Lisa Kühn und Alina Klein.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Organisiert wird die Demo von einem Team um zwei Professoren der Christian-Albrechts-Universität: „Die Idee dazu kam mir ganz spontan, als ich in den Nachrichten am vergangenen Wochenende von diesen Pro-Europa-Veranstaltungen in anderen Städten gehört habe“, sagt Psychologie-Professor Christian Kaernbach. „Ich fand es schade, dass Kiel bisher nicht mit dabei war.“ Ganz ähnlich denkt auch der Agrarwissenschaftler Sebastian Hess. Er ist im selben Röhn-Dorf wie der Frankfurter Rechtsanwalt Daniel Röder aufgewachsen, der die „Pulse of Europe“-Bewegung begründet hat. Er ist quasi das „Echtheitszertifikat“ des Kieler Ablegers und hat sich mit Röder bei einem Besuch in der hessischen Heimat ausgetauscht.

 Kaernbach griff gleich am Anfang der Woche zum Telefonhörer und warb für seine Idee. Offene Türen rannte er bei der Europa-Union und deren Nachwuchsorganisation, den Jungen Europäischen Föderalisten, ein. Unterstützung haben ihm die katholische Kirche, die SPD und die CDU zugesagt. Auch die Grünen haben inzwischen ihre Anhänger aufgerufen, zur Demo zu gehen. Bis Freitag führte Kaernbach noch Gespräche mit Gewerkschaften, dem Allgemeinen Studierendenausschuss und weiteren zivilgesellschaftlichen Gruppen. Niemand im Team hat Erfahrungen bei der Organisation einer Demo. Sie rechnen für den Auftakt mit 200 bis 300 Teilnehmern. Von Woche zu Woche sollen es dann mehr werden.

 Die Pro-Europa-Demo auf dem Kieler Rathausplatz beginnt um 14 Uhr. Bürger bekommen die Gelegenheit, öffentlich auszudrücken, warum sie Europa als Bereicherung empfinden. Die Wortmeldungen beim „open mic“ (Offenes Mikrofon) sind, so ist es in Presseberichten aus anderen Städten zu lesen, meist persönlich, berührend und durchweg positiv. Eingerahmt werden sollen die Beiträge der bisher „schweigenden Mehrheit“ durch Musik. Peter Todeskino wird als Bürgermeister (und nicht als Parteipolitiker) sprechen. Außerdem werden bei „Pulse of Europe“-Demos in der Regel zehn Punkte verlesen, die widerspiegeln, worum es der Bewegung geht. Auf der Liste stehen Aussagen wie „Europa darf nicht scheitern“, „Der Friede steht auf dem Spiel“, „Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit sind unantastbar“, „Die europäischen Grundfreiheiten sind nicht verhandelbar“ und „Reformen sind notwendig“. Zum Abschluss der Demos soll eine Menschenkette gebildet und die Europa-Hymne „Ode an die Freude“ gesungen werden.

 Die Organisatoren sind per E-Mail an kiel@pulseofeurope.eu zu erreichen.

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Ein Artikel von
Thomas Paterjey
Lokalredaktion Kiel/SH

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