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200 Kieler zeigen Flagge für Europa

„Pulse of Europe“-Kundgebung 200 Kieler zeigen Flagge für Europa

Sie waren gekommen, um Flagge für Europa zu zeigen. Rund 200 Pro-Europäer versammelten sich am frühen Sonntagnachmittag auf dem Rathausplatz, viele schwenkten die europäische Fahne oder hielten blaue Luftballons in den Händen.

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Premiere auf dem Rathausplatz mit 200 Demonstranten: Ab jetzt rufen die Initiatoren jeden Sonntag zur „Pulse of Europe“-Kundgebung auf.

Quelle: Frank Peter

Vorstadt. „Pulse of Europe“ heißt die Bewegung, die inzwischen europaweit aktiv ist, um den europäischen Gedanken wieder sichtbar und hörbar zu machen. An diesem Sonntag kamen ihre Anhänger zum ersten Mal in Kiel zusammen.

 Zu ihnen gehört auch Claus Harder. Der 63-Jährige trägt eine blaue Jacke und hat sich eine Europa-Flagge um die Schultern gebunden. „Ich finde es wichtig, dass nicht nur Pegida und die AfD auf die Straße gehen, sondern auch diejenigen, die für Europa sind“, sagt Harder. Es gehe ihm um eine gemeinsame europäische Zukunft. „Nur weil Europa ein paar Defizite hat, kann ich doch nicht die ganze Idee infrage stellen. Man muss an den Fehlern arbeiten“, ist er überzeugt.

 Auch Tanja Schunert ist aus Wankendorf extra nach Kiel gekommen, um sich für Europa stark zu machen. „Europa steht für mich für Toleranz, Offenheit, Freiheit und Frieden“, sagt die 45-Jährige. Diese Werte möchte sie erhalten. „Ich möchte, dass meine Kinder die Vorteile Europas weiter genießen können“, sagt sie. Dazu gehören für sie auch die offenen Grenzen.

 Auf der Bühne erinnert Staatssekretär Rolf Fischer an seine ersten Erfahrungen mit Europa. Er sei als 15-Jähriger mit dem Interrail-Ticket durch Europa gefahren und habe so viele Menschen und Länder kennengelernt. „Überall war die Einstellung gleich: Du kannst von uns lernen und wir können von Dir lernen“, erinnert sich der Staatssekretär. Europa sei ein Kontinent der unterschiedlichen Kulturen, aber es gebe trotzdem auch eine europäische Kultur und ein europäisches Gemeinschaftsgefühl. „Das müssen wir erhalten“, fordert Fischer.

 Viele Länder und verschiedene Kulturen kennenzulernen, das ist auch für Johanna Koch ein wichtiger Aspekt Europas. „Durch die offenen Grenzen kann man einfach und schnell reisen, ohne erst Barrieren überwinden zu müssen“, sagt die 25-Jährige. Sie ist außerdem überzeugt, dass die Europäische Union ein Garant für ein friedliches Miteinander ist. „Wenn wir eng zusammenarbeiten und -leben, ist das eine Garantie für den Frieden.“

 Reza Dehbashi ist zur ersten „Pulse of Europe“-Demonstration in Kiel gekommen, weil ihm die Entwicklung in Europa Angst macht. „Wenn wir nichts tun, gewinnen die die Oberhand, die wir nicht an der Macht wollen“, sagt der 50-Jährige und erinnert an die Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland in den kommenden Monaten. „Wir müssen ein Zeichen setzen und deutlich machen, dass freies Denken und Reisefreiheit wichtige europäische Werte sind, für die wir kämpfen.“ Jeden Sonntag wollen die Kieler Vertreter der „Pulse of Europe“-Bewegung nun auf die Straße gehen, damit die schweigende Mehrheit aufgerüttelt wird und der Pulsschlag Europas wieder spürbar wird. So verlesen sie es am Sonntag auf der Bühne. Und sie hoffen, dass es jeden Sonntag mehr werden, die Flagge für Europa zeigen. „Ich komme auf jeden Fall wieder“, sagt Johanna Koch und hofft, dass es dann vielleicht noch mehr als 200 sind, die sich für die europäischen Werte stark machen.

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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Kommentar

Kiel hat ein klares Zeichen für Europa gesetzt: Gut 200 Demonstranten sind am Sonntag zur ersten „Pulse of Europe“-Kundgebung in der Landeshauptstadt gekommen, um sich für die europäischen Werte stark zu machen.

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