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Meterdicke Moorschicht schuf Probleme

Pumpstation Schusterkrug Meterdicke Moorschicht schuf Probleme

Das Ende der Baustelle im Schusterkrug ist in Sicht. Seit 2012 wird an dem Neubau der Pumpstation und dem Anschluss der Regen- und Abwasserkanäle gearbeitet. Keine einfache Aufgabe: Der schwierige Untergrund sorgte für monatelange Verzögerungen der Arbeiten.

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Harte Arbeit: Arkadiusz Littek betreut die Pumpstation Schusterkrug.

Quelle: Jennifer Ruske

Pries/Friedrichsort. Die Baustellenampel regelt zwar immer noch den Verkehr auf der Straße Schusterkrug, doch die provisorischen Pumpen und Überbrückungsleitungen, die in Höhe der Zufahrt zum MfG-Gelände errichtet wurden und die das ankommende Mischwasser (Schmutz- und Regenwasser) aus Friedrichsort sowie das Schmutzwasser aus Holtenau in die neue Station leiteten, konnten vor wenigen Wochen abgebaut werden. „Nach der Fertigstellung der neuen Abwasserpumpstation und dem Einbau der Pumpen- und Elektrotechnik haben wir 2014 und 2015 daran gearbeitet, unterirdisch die neuen Anschlüsse zu installieren und in Betrieb zu nehmen“, erklärt Gerhard Bebendorf, technischer Abteilungsleiter der Stadtentwässerung.

 Dafür mussten die Bauarbeiter, wie schon beim Errichten des Neubaus, tief runter in die Erde. Und das genau ist das Problem an dieser Stelle. „Wir sind hier im Boden auf eine vier Meter dicke Moorschicht gestoßen, aber auch die Grundwasserverhältnissen sind kompliziert und stellen die Arbeiter immer wieder vor Herausforderungen“, erklärt Bebendorf. Das hat die geplante Bauzeit um rund zwei Jahre verlängert. Schon das Einsetzen der Betonbohrpfähle für den Neubau – insgesamt wurden 88 Stück mit einer Länge von 25 Meter in die Erde gebohrt – habe mit fünf bis sechs Monaten deutlich länger gedauert als vom beauftragten Unternehmen anvisiert.

 Ebenso schwierig stellte sich das Ausheben der zum Teil sechs Meter tiefen Baugruben zur Verlegung der Rohrleitungen dar. Sie füllten sich wegen des Grundwasserspiegels mit Wasser und verzögerten dadurch die Arbeiten. „Wir sind von den Grundwasserverhältnissen selbst überrascht worden und mussten mitten in der Bauphase neu planen, erneut die Statik prüfen und neue Angebote einholen“, sagt Bebendorf. In der Zeit ruhten die Arbeiten auf der Baustelle, was bei Anwohnern zu Irritationen führte. Probleme anderer Art ergaben sich für die unmittelbaren Nachbarn: Sie hatten sich bei der Stadt über durch die Bauarbeiten entstandenen Schäden an ihren Häusern beschwert. „Mit den Anwohnern sind wir in Kontakt“, erklärt der technische Abteilungsleiter der Stadtentwässerung.

 Dennoch, der Neubau war nötig, wirbt Bebendorf um Verständnis: „Die Abwasserpumpstation ist die drittgrößte neben der Stationen in der Wik und der Haßstraß“, erläutert er. „Die alte Station hatte mehr als 50 Betriebsjahre hinter sich und musste ersetzt werden, weil sie den Anforderungen nicht mehr gerecht wurde.“ Jetzt laufen die vier neuen Pumpen auf dem aktuellen Stand der Technik. In dem Neubau wird (wie zuvor) das Abwasser von rund 15500 Menschen und Unternehmen aus Pries, Friedrichsort und Holtenau gesammelt und zum Klärwerk Bülk (Altenholz-Stift) weitergeleitet. Dazu müssen die Pumpen Druck erzeugen, damit das Wasser von diesem „Entwässerungstiefpunkt“ nach Altenholz einen Höhenunterschied von 32 Metern bewältigen kann.

 Lange soll es laut Bebendorf nicht mehr dauern, bis alle Arbeiten abgeschlossen sein sollen. „Wir müssen unter anderem noch die Straße neben Pumpstation asphaltieren.“ Im Herbst 2015 hofft Bebendorf auf das Ende der Baustelle Schusterkrug. „Wenn nicht wieder etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommt.“

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