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Fürstlich aufgenommen im Reich der Mitte

RBZ Wirtschaft Fürstlich aufgenommen im Reich der Mitte

Eine nicht ganz alltägliche „Klassenfahrt“ hat eine Delegation vom Regionalen Berufsbildungszentrum (RBZ) Wirtschaft unternommen: Eine Gruppe von Schülern aus unterschiedlichen Bildungsgängen hat sich auf den Weg nach China gemacht und in Ningbo die Partnerschule des RBZ Wirtschaft besucht.

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Eine Schülergruppe des Regionalen Berufsbildungszentrums Wirtschaft hat die Partnerschule im chinesischen Ningbo besucht, dabei viele Eindrücke gesammelt – und einige Souvenirs mitgebracht.

Quelle: Christoph Jürgensen

Kiel. „Wir wurden fürstlich in Empfang genommen und mit Geschenken überhäuft“, berichtet Thies Hansen (19). Nicht nur die Gastfamilien, die ganze Schule habe die weitgereisten Gäste aus Kiel während ihres Aufenthalts komplett in den Mittelpunkt gerückt, erzählt Johanna Pahl (22). Auch wenn die Ankunft für manchen Schüler der größte Kulturschock seines Lebens war – alle fühlten sich schnell wohl in der fremden Umgebung.

 Mit seinen knapp sechs Millionen Einwohnern ist Ningbo eine für chinesische Verhältnisse ziemlich durchschnittliche Stadt. Die Ningbo Economic and Trade School ist eine Modellschule für berufliche Bildung in Zhejiang, der schleswig-holsteinischen Partner-Provinz. Hier lernen 3500 Schüler in den Bereichen Wirtschaft, Management und Pharmazie. Seit 2012 besteht der Kontakt zum RBZ Wirtschaft Kiel. Nun ist erstmals eine Kieler Schülergruppe in den Fernen Osten gereist.

 Die Unterbringung der Schüler spiegelte die sozialen Unterschiede in der chinesischen Bevölkerung wider: Die eine Gastfamilie lebte in einem im Rohbau befindlichen Wohnsilo, die andere residierte im luxuriösen Appartementhaus. Während ihres Aufenthalts konnten die Kieler in ein gänzlich anderes Alltagsleben eintauchen. Sie genossen sehr gutes Essen und die Karaokeabende, wunderten sich aber auch über auffällig viele Sicherheitskontrollen und die komplette Ausblendung des Themas Politik. Und sie hatten Gelegenheit, die Ausbildung ihrer chinesischen Gastgeber mit der eigenen zu vergleichen. So hat auch die Ausbildung in Ningbo sehr viele praktische Bereiche, doch werden diese nicht in einem Betrieb – also „on the Job“ – vermittelt, sondern auf dem Schulgelände selbst.

 Die Ningbo Economic and Trade School hat zum Beispiel einen eigenen Schülersupermarkt und eine ganze Ladenzeile, die von Azubis betrieben wird. Gabelstaplerfahren lernt man in einem Simulator und sogar für die Hafenlogistik gibt es ein Miniaturfeld. Insgesamt sei die Schule sehr gut organisiert und mit modernster Technik ausgestattet, erzählten die Schüler.

 „Grundsätzlich wollen die Chinesen von uns lernen“, meint Schulleiter Wulf Wersig. Das deutsche duale Ausbildungssystem sei weltweit anerkannt. Aber auch das RBZ Wirtschaft könne nur davon profitieren, wenn seine Schüler einen Blick über den Tellerrand wagten und dabei viele Eindrücke und Anregungen mitnähmen. Für nächstes Jahr ist ein Gegenbesuch der Chinesen bereits in Planung.

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