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Robustes Rennauto nährt Hoffnungen auf Sieg

Raceyard Robustes Rennauto nährt Hoffnungen auf Sieg

Die „Raceyard“-Familie, die Rennwerft der Fachhochschule (FH) Kiel, hat ein neues Kind geboren – ihr elftes. Beim Rollout am Sonnabendabend präsentierte das studentische Raceyard-Team mit „T Kiel A 16 E“ den mit Spannung erwarteten neuen Rennwagen im FH-Audimax.

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Das mehr als 60-köpfige Team hat seit September 2015 eigenständig einen neuen Rennwagen entwickelt und gebaut. Die Kieler nehmen seit 2006 an dem internationalen Wettbewerb „Formula Student“ teil. Erster Wettbewerb ist vom 26. bis 28. Juli im italienischen Autodromo Riccardo Paletti in Varano de' Melegari.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Den Boliden haben die 60 Studierenden der Fachhochschule, der Christian-Albrechts-Universität und der Muthesius-Kunsthochschule eigenständig neben ihrem „normalen Studienalltag“ geplant und konstruiert. Jetzt hofft das Team auf ein gutes Abschneiden beim internationalen Wettbewerb „Formula Student“.

 Die Nervosität war deutlich zu spüren. Gut sieben Monate hatten die Studierenden, das Gros von der Fachhochschule, gesessen und ein fast neues Rennauto zum Fahren gebracht. Dass die Zeit besonders in den Tagen vor dem Rollout knapp werden würde, war allen klar. Bis zuletzt hat das Team in der „Rennschmiede“ des „Computer Integrated Manufacturing Technologie Transferzentrums“ (CIMTT) der Fachhochschule geschwitzt, um rechtzeitig fertig zu werden. Anstrengende Tag- und Nachtschichten waren Alltag. Am Ende haben sich die gemeinsamen Anstrengungen ausgezahlt. Aus schier unzähligen Einzelteilen wuchs allmählich der „T Kiel A 16 E“, das mittlerweile fünfte elektrisch angetriebene Auto, zu einem großen Ganzen.

 „Das war schon stressig und hat viel Zeit in Anspruch genommen“, erzählt Rick Hoffmeister, der an der FH Maschinenbau studiert und für die Konstruktion der Lenkung des neuen Autos verantwortlich ist. Der Aufwand habe sich aber gelohnt. Durch die Mitarbeit in dem interdisziplinären „Superteam“, so der 23-Jährige weiter, habe er sehr viel Erfahrung gesammelt. Ähnlich sieht es Kai Tank: „Durch die Praxisarbeit habe ich tausendmal mehr gelernt als im Studium“, sagt der 24-jährige Maschinenbaustudent. Er will nächstes Jahr wieder dabei sein. Das Positive für Alina Behrendt, zuständig im Team für die Öffentlichkeitsarbeit: „Ich habe viele Leute getroffen, die ich sonst nicht kennen gelernt hätte“, sagt die 25-Jährige. Zudem habe es Spaß gemacht zu sehen, wie gemeinsam etwas entstehen kann.

 Nach den nicht ganz so guten Erfahrungen des Vorjahres hat das neue Raceyard-Team den „T Kiel A 16 E“ stark modifiziert. Es kehrte unter anderem zu zwei Elektromotoren zurück, die 80 Kilowatt auf die Hinterräder bringen. Erneuert wurde das Feder-Dämpfer-System, und es verzichtete auf eine Aeropaket. „Wir wollten ein robustes und solides Auto, das sicher ins Ziel kommt“, erklärt Rick Hoffmeister. In den kommenden Wochen will das Team den Rennwagen bei Testfahrten weiter optimieren, um bei den Formula-Student-Wettbewerben in Italien (26. bis 28. Juli), Tschechien (2. bis 6. August) und Spanien (25. bis 28. August) möglichst gut abzuschneiden. Dabei gewinnt nicht das schnellste Auto, sondern das Team mit dem besten Gesamtpaket aus Konstruktion und Rennperformance, Finanzplanung und Verkaufsargumenten. Realisiert werden konnte das etwa 100000-Euro-Projekt dank zahlreicher Sponsoren und des großen Eigenengagements der Studierenden.

 Die Daumen drückt auch in diesem Jahr Hans Thüring. Der Dozent für Maschinenbau betreut die Studierenden von 2006 an, als der erste Rennwagen an der FH konstruiert wurde. „Die erste Truppe war noch roh und ungeschliffen. Für sie war alles neu“, sagt er. Aus dem damals „ungeordneten“ sei bis heute ein „strukturiertes Team“ gewachsen. Bei der Entwicklung werde den Studierenden so viel Freiraum wie möglich gelassen. Dabei seien viele hervorragende Ideen entstanden. Eine tolle Entwicklung sei auch der Wechsel vom Verbrenner- zum Elektromotor gewesen. Hans Thüring, der selbst noch viel Spaß an der Arbeit mit den Studierenden hat, ist überzeugt, dass der „T Kiel A 16 E“ bei der „Formula Student“ eine gute Rolle spielen kann.

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