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Gemeinsam schrauben bis zuletzt

Kieler Raceyard-Team Gemeinsam schrauben bis zuletzt

Raceyard, die Rennwerft der Fachhochschule (FH) Kiel, feiert in diesem Jahr Jubiläum. Seit Beginn des internationalen Wettbewerbs Formula Student in Deutschland im Jahr 2006 planten und konstruierten die studentischen Raceyard-Teams eigenständig und neben ihrem „normalen“ Studienalltag einen Formelrennwagen – jedes Jahr einen neuen Prototypen.

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Raceyard Formula Student Team 2015: Die Studierenden bauen den Rahmen für ihren Rennwagen "T-Kiel A 15 E", der im englischen Silverstone vom 8. bis 12. Juli 2015 erstmals auf einer Rennstrecke fährt. Daran beteiligt sind die Studierenden (von links): Henrik Beduhn, Sebastian Vetter, Marvin Ahlers, Lukas Moor, Migen Bebeti, Finn-Felix Brauer und Jörg Brand.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. 450 Kieler Studierende haben seit Wettbewerbsbeginn in Deutschland neun Rennwagen gebaut. Mit dem T-Kiel A15 E, dem mittlerweile vierten elektrisch angetriebenen Auto, geht das Raceyard-Team in die zehnte Saison. Beim Rollout im FH-Audimax am Mittwochabend (Einlass 17 Uhr) können Interessierte den „Neuen“ erstmals unter die Lupe nehmen.

 Die Zeit wurde knapp. Bis zuletzt hat das Raceyard-Team in der Werkstatt des Computer Integrated Manufacturing Technologie Transferzentrums (CIMTT) der FH gearbeitet, um den neuen Rennwagen am Mittwoch rechtzeitig präsentieren zu können. Anstrengende Tag- und Nachtschichten waren Alltag für die 54 Studierenden der FH Kiel, der Christian-Albrechts-Universität und der Muthesius-Kunsthochschule in der Rennschmiede. Am Ende haben sich die gemeinsamen Anstrengungen ausgezahlt: Aus unzähligen Einzelteilen wuchs allmählich der T-Kiel A15 E zu einem großen Ganzen.

 „Das Projekt war für alle eine große Herausforderung und anstrengend“, erzählt Karl Kambach (21), Maschinenbaustudent im vierten Semester und Teamcaptain. So habe das neu formierte Team gleich nach dem letzten Wettbewerb 2014 mit der Entwicklung und Fertigung eines komplett neuen einsitzigen Formelrennwagens beginnen müssen. Wie immer ballte sich die meiste Arbeit auch diesmal wieder in der Endphase. „Raceyard ist wie ein Nebenjob“, sagt Björn Poggensee (23), BWLer und zuständig für Finanzierung und Marketing. Mit 17 bis 22 Stunden würde sich jeder pro Woche neben dem regulären Studium einbringen. Die gemeinsame Arbeit an dem Boliden habe das Team zusammengeschweißt.

 Der T-Kiel A15 E wartet mit einer ganzen Reihe technischer Veränderungen auf. So bringt diesmal nur ein Elektromotor die auf 80 Kilowatt begrenzte Leistung auf die Hinterräder. Im Vorjahr waren es noch zwei Motoren. Das spart ebenso Gewicht wie ein neues Antriebskonzept. Ein Akkumulator mit höherer Kapazität ist zwar etwas schwerer, doch unterm Strich bringt der „Neue“ mit 205 Kilo Gesamtgewicht 25 bis 30 Kilo weniger auf die Waage als sein Vorgänger. „Das Auto wird deutlich agiler und wendiger“, freut sich Karl Kambach auf die Testfahrten in den kommenden eineinhalb Monaten auf dem Flugplatz in Kiel-Holtenau.

 Nach einem Vorbereitungsrennen am 13. Juni auf dem Gelände der Stadtwerke Neumünster steigt das erste Kräftemessen der Kieler mit Teams aus aller Welt vom 8. bis 12. Juli auf der Rennpiste im englischen Silverstone. Saisonhöhepunkt werden dann sicher die fünf Tage vom 28. Juli bis zum 2. August am Hockenheimring. In Formel-1-Atmospäre treten dort über 130 Teams aus aller Welt mit etwa 3500 Studierenden in den Klassen Formula Student Combustion (Autos mit Verbrennungsmotor) und Formula Student Electric (Elektromotor) an. Die Kieler messen sich mit 45 E-Teams. Ein weiteres Rennen fahren die Kieler dann vom 27. bis 30. August in Barcelona. Bei der Formula Student (Wettbewerbssprache ist Englisch) gewinnt aber nicht das schnellste Auto, sondern das Team mit dem besten Gesamtpaket aus Konstruktion und Rennperformance, Finanzplanung und Verkaufsargumenten.

 „Das Projekt ist anstrengend, macht aber riesig Spaß“, sagen Kambach und Poggensee. Sie – wie die anderen Teammitglieder auch – sehen darin auch eine Investition in die persönliche Entwicklung. Zum einen sammle man als angehender Ingenieur Erfahrungen mit Teamwork, Zeit- und Projektmanagement und lerne, gemeinsam ein 120000-Euro-Projekt umzusetzen und dieses auch selbst zu finanzieren. Das sei nur dank zahlreicher Sponsoren möglich. Zum anderen gewinne man viele wertvolle Kontakte zu Sponsoren – und damit frühzeitig zu potenziellen Arbeitgebern.

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