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Ratsversammlung Kiel Jede Wohnung zählt

Beim Bau dringend benötigter Wohnungen will sich die Stadt Kiel nicht auf Unternehmen verlassen, sondern auch selber bauen. Eine Verwaltungsvorlage zur Wohnraumversorgung wurde von den Linken in ihren Antrag übernommen und mit der Mehrheit von SPD, Grüne und SSW in der Ratsversammlung beschlossen.

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Solche Unterkünfte wie in der Erstaufnahmeeinrichtung am Nordmarksportfeld sollen für Flüchtlinge in Kiel nicht zur Dauerlösung werden. Da es aber nicht genug preiswerte Wohnungen gibt, will die Stadt künftig sogar selber als Bauherr aktiv werden.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Ob die Stadt künftig auch als Träger einer neuen kommunalen Wohnungsbaugesellschaft fungiert, ließ Sozialdezernent Gerwin Stöcken aber noch offen.

Fest steht jedoch schon jetzt: Die Stadt steht unter gewaltigem Baudruck. Laut Beschlussvorlage werden nach einer ersten Bedarfsschätzung schon bis Ende 2017 rund 1800 Wohnungen benötigt, bis 2025 betrage der „Mindestbedarf“ sogar 8000 Wohnungen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum Flüchtlingszuzug (Ende 2015 mussten 3000 in Kiel untergebracht werden) kommt die Aussicht auf einen erheblichen Anstieg der Studierendenzahlen aufgrund des doppelten Abi-Jahrgangs 2016, ein erwarteter Bevölkerungszuwachs durch Zuzug von etwa 10000 Kieler Neubürgern in den nächsten zehn Jahren sowie die immer weiter steigende Zahl von Kielern (aktuell 56,9 Prozent), die alleine in einer Wohnung leben.

Erst Wohnungen nach "Kieler Modell"

Im ersten Schritt will die Stadt bis Ende 2017 nach dem „Kieler Modell“ rund 1800 Wohnungen insbesondere für allein reisende Flüchtlinge schaffen, gedacht ist dabei vorwiegend an Wohngemeinschaften. Das Besondere an diesem mit der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen entwickelten „Kieler Modell“: flexible (Nach-)Nutzungsmöglichkeiten der Wohnungen, schnelle Errichtbarkeit, Förderfähigkeit sowie Nachhaltigkeit. Bislang geht die Stadt davon aus, dass 85 Prozent der Kosten für diese 1800 Wohnungen vom Land im Rahmen seines Wohnungsbauförderprogramms übernommen werden. Welche Kosten trotzdem noch langfristig für den Bau weiterer Wohnungen auf die Stadt zukommen könnten, ist nach Einschätzung der Stadt-Sprecherin Annette Wiese-Krukowska derzeit noch nicht abschätzbar. „Allerdings werden wir mit dem Land über eine Freistellung der Investitionen von der Begrenzung des Kreditrahmens im städtischen Haushalt sprechen müssen.“

Zwar suche die Stadt laut Schilderung Gerwin Stöckens das Gespräch mit der Wohnungswirtschaft, erkenne dort aber nur „wenig Bereitschaft, sich in diesem Segment zu engagieren“. Preisgünstige Wohnungen brauche die Stadt aber schnell, auch um Druck aus der Mietpreissteigerung zu nehmen: „Deshalb wollen wir beginnen zu bauen. Wir lassen uns nicht davon nicht abhalten, nur weil andere damit noch zögern.“ In welcher Gesellschaftsform solche städtischen Bau- und Verwaltungsaktivitäten geschehen könnten, sei noch offen.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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