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43-jähriger Iraker in Kiel festgenommen

Bundesweite Razzia gegen Schleuser 43-jähriger Iraker in Kiel festgenommen

Über 300 Bundespolizisten haben im Kampf gegen die Schleuserkriminalität am Mittwochmorgen in sieben Bundesländern acht Wohnungen durchsucht und hierbei sechs Haftbefehle vollstreckt - darunter auch in Kiel.

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Bei einer Razzia in Kiel wurde ein 43 Jahre alter Schleuser aus dem Irak festgenommen.

Quelle: Imke Schröder (Symbolfoto)

Kiel/Potsdam. Die international geführten sowie im Bundespolizeipräsidium in Potsdam koordinierten Razzien richten sich gegen mehrere kriminelle Schleusernetzwerke im gesamten Bundesgebiet. Die Objekte befinden sich nach Angaben der Bundespolizei in Schleswig-Holstein, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Berlin, Hessen und Bayern. Da eine Gegenwehr der Verdächtigen nicht ausgeschlossen werden konnte, waren auch Spezialkräfte der GSG9 sowie die Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaften der Bundespolizei im Einsatz.

Auch in Kiel schlugen die Ermittler zu. Ein 43-jähriger Iraker wird verdächtigt, an wenigstens an drei Schleusungen von Mailand nach Deutschland per Mitfahrzentrale beteiligt gewesen zu sein. „Der Mann brachte offensichtlich regelmäßig syrische, afghanischen, pakistanischen und indischen Migranten nach Deutschland, Dänemark und andere skandinavische Staaten“, sagte Matthias Menge, Sprecher der Bundespolizeidirektion in Bad Bramstedt. Bei der Durchsuchung stellten die Beamten umfangreiches Beweismaterial sicher. Die Ermittlungen dauern nach Angaben von Menge an.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war in einem Ermittlungsverfahren eine Schleusung mit Todesfolge in der Ägäis am 20. September 2015. Hierbei kamen 13 Menschen ums Leben, darunter auch mehrere Kinder.
Weitere 13 Geschleuste werden nach wie vor auf hoher See vermisst. Die Schleuser hatten die Personen in einem nicht hochseetauglichen Schlauchboot auf die gefährliche Reise von der Türkei nach Griechenland geschickt - wohlwissend, dass eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben der Insassen bestand. Während der Fahrt kollidierte das Schlauchboot mit einem Frachtschiff in der Dunkelheit und kenterte sofort. Von den insgesamt 46 Insassen konnten nur 20 Personen durch die griechische und türkische Küstenwache noch lebend aus Seenot gerettet werden.

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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