27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Er war dann mal weg

Reiseblogger aus Kiel Er war dann mal weg

Der Reisejournalist und Video-Blogger Christoph Karrasch aus Kiel sorgte für Aufsehen, als er im Oktober 2014 eine Weltreise in Hochgeschwindigkeit absolvierte. In zehn Tagen bereiste er fünf Kontinente und löste Aufgaben, die ihm die Netzgemeinde vorher gestellt hatte. Nach einem Buch über die Reise läuft Silvester der Film (20.05 Uhr, N 24).

Voriger Artikel
Genaue Daten für jede Straße in Kiel
Nächster Artikel
„Stena Scandinavica“ wieder mit Problemen

Wie die Hobbits im „Herrn der Ringe“: Christoph Karrasch in Neuseeland.

Quelle: Christoph Karrasch

Kiel. Warum sollten sich Fernschwärmende das anschauen – zumal das Buch bereits bekannt ist? „Der Film bietet einfach echtere Momente“, sagt der 31-Jährige, der von Produzent Thomas Niemann begleitet wurde, „für die wäre ich mir im Zweifel zu eitel gewesen. Sonst entscheide ich, wann der Aufnahmeknopf gedrückt wird.“ Und das nicht einmal schlecht: Karraschs Video-Blogg vonunterwegs.com stößt im Netz seit Jahren auf große Beliebtheit, war sogar für den Deutschen Webvideopreis 2013 nominiert.

Dabei war dieser zunächst als Nebenprodukt entstanden: Vor fünf Jahren entschloss sich Karrasch, professioneller Reisejournalist zu werden. Neben den Texten, die er für Zeitungen schrieb, drehte er schrille Kurzvideos für seinen Blog, in denen er Aktionen und Aufenthalte in Gastländern humorvoll kommentierte. Dann, 2014, setzte er alles auf die Netzkarte und startete über seinen Blog das Zehn-Tage-um-die-Welt-Projekt.

„In erster Linie wurde über die Online-Abstimmung meine Route festgelegt“, berichtet Karrasch: Lima, Las Vegas, Auckland, Kathmandu, Kapstadt war das Ergebnis. „Und dann wurden mir Aufgaben gestellt, ein wildes Brainstorming.“ Es ging dabei keineswegs nur um „Adrenalinhaltiges“, wie er es formuliert. Eine Aufgabe für Kathmandu, die Hauptstadt Nepals, war denkbar einfach wie tiefgängig: Tue etwas Gutes. Karrasch übernachtete in einem Waisenhaus, tollte dort bis tief in die Nacht mit den Kindern herum, und bezeichnet das im Nachhinein als tief bewegend: „Ich habe immer einen Zugang zu den Menschen auf der Reise bekommen“, begegnet er gleichzeitig Kritikern, die ihm vorwerfen, einen oberflächlichen Reisestil zu pflegen und die finanziellen Gegensätze dieser Welt auszunutzen.

"Seid neugierig und offen"

Vielmehr ist Karrasch vom Reisen und seiner Vermittlung an Follower, Leser und Zuschauer überzeugt: „Den klassischen Reisejournalismus mache ich ja gar nicht mehr“, schränkt er ein, „ich will das Miteinander zeigen und freundschaftlich mit den Menschen umgehen.“ Daher soll sein Film auch der Auftakt zu einer neuen Reihe auf N 24 sein: „Kleine Welt“ heißt das deutlich entschleunigte Format, das auf der Theorie aufbaut, dass jeder Mensch jeden anderen auf diesem Planeten über sechs Ecken kennt. Konkret: Karrasch will Verbindungen zwischen weit entfernten Menschen aufzeigen, zum Karaokemeister in Japan oder Gefängniswärter in Indonesien, witzelt er.

Damit beginnt Karrasch im Januar. Sein Film soll darauf Lust machen – oder zumindest auf eins: „Die Nachricht muss ganz klar sein: Seid neugierig und offen. Denn diese Welt ist trotz aller Krisen immer noch ein guter Ort“, sagt er. Sein persönliches Fazit: „Das Zurückschrecken vor anderen Kulturen ist unnötig.“ Dabei kann er durchaus heimatverbunden bleiben: „Kiel ist zwar ein äußerst ungünstiger Ort, um Reisen zu starten“, sagt er etwas bedauernd, „aber mich kriegt hier trotzdem keiner weg.“ Das Fernweh spiegelt sich auch in seiner Wohnortwahl wider: In Kiel ist er nach Friedrichsort gezogen – weil er die Nähe zum Strand braucht.

„In 10 Tagen um die Welt“ am 31. Dezember um 20.05 Uhr auf N 24.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr zum Artikel
Kieler Reiseblogger Christoph Karrasch
Foto: Christoph Karrasch, geborener Pfaff, verheiratet, ein Sohn, reist in zehn Tagen um die Welt.

Reisen ist durch den modernen Flugverkehr so einfach wie nie, doch dieses Projekt lässt aufhorchen: Der Kieler Christoph Karrasch will binnen zehn Tagen um die ganze Welt düsen, dabei alle Kontinente besuchen – und auch noch Aufgaben erfüllen. Warum bloß?

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3