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Streit um Radfahrstreifen

Entscheidung vertagt Streit um Radfahrstreifen

Dass die Radfahrer künftig auf die Fahrbahn der viel befahrenen Rendsburger Landstraße sollen, löst nach wie vor Proteste aus. Eigentlich sollte der Bauausschuss über die Vorlage der Verwaltung abstimmen, an jeder Seite Radfahrstreifen einzurichten. Doch die Entscheidung wurde jetzt bis zum 16. September vertagt.

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Der Radweg an der Rendsburger Landstraße in Höhe der Hasseer Schulen: Die Entscheidung über die Einrichtung von Radfahrstreifen wurde im Bauausschuss bis zu einer Sondersitzung am 16. September zurückgestellt.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Der Grund: Bis dahin liegen die abschließenden Voten der Ortsbeiräte Russee/Hammer/Demühlen und Hassee/Vieburg vor. Mehrere Gewerbegebiete mit Schwerlastverkehr und fünf Schulen mit vielen radelnden Kindern und Jugendlichen: „Die Gemengelage ist schwierig“, räumte Bürgermeister Peter Todeskino ein. Etwa 10000 Fahrzeuge am Tag belegen das hohe Verkehrsaufkommen auf der Rendsburger Landstraße, die schon lange keine Bundesstraße mehr ist. Sich eine solche Fahrbahn mit Autofahrern teilen zu müssen, halten viele der aufgeschreckten Anwohner für ein hohes Sicherheitsrisiko und pochen darauf, weiterhin separate Radwege vorzuhalten. Doch gerade mit dem Hinweis, dass die Streifen den Radlern mehr Schutz bieten, argumentiert die Verwaltung, unterstützt vom Fahrradforum. Auf Radwegen würden die Radler von Fahrern vor allem an den Kreuzungen und Einfahrten leicht übersehen. „Meine Motivation ist die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Die Situation derzeit halte ich für gefährlich“, warb Todeskino für die aus seiner Sicht beste Lösung auch aus eigener Erfahrung: Der Bürgermeister selbst radelt fast täglich durch die Rendsburger Landstraße.

 Tiefbauamtsleiter Peter Bender berichtete von ersten Informationsgesprächen im Januar, bekannte aber auch, dass es offenbar Defizite in der Kommunikation geben müsse. Denn geplant ist für die Rendsburger Landstraße kein Schutzstreifen im Behörden-Sinn, sondern ein Radfahrstreifen. Der Unterschied: Während ein Schutzstreifen durch seine gestrichelte Linie Autofahrern signalisiert, dass sie ihn beim Ausweichen überfahren dürfen, schließt dies die durchgezogene Linie des Radfahrstreifens aus. Als Beispiel, wie gut das funktionieren kann, verwies die Verwaltung auf den Knooper Weg, den täglich zwischen 12000 und 15000 Fahrzeuge befahren. Sogar an der schmalsten Stelle der Rendsburger Landstraße biete der geplante Radfahrstreifen auf beiden Seiten zwei Meter Platz und den Autofahrern eine ausreichende Restfahrbahn. In bestimmten Bereichen soll es auch weiterhin möglich sein, auf dem Fußweg zu radeln. „Die Menschen haben das nicht verstanden“, hielt SPD-Ratsherr Rüdiger Karschau fest und forderte Bender auf, noch mehr aufzuklären.

 Der Tiefbauamtsleiter hatte den Zeitdruck damit begründet, dass man den Ausbau unter anderem für Entwässerungsmaßnahmen mit der Einrichtung der Radfahrstreifen verbinden will, um die Bauzeit samt Sperrungen und Lärm zu verkürzen und 250 000 Euro zu sparen. Dafür muss das gesamte Verfahren mit Ratsbeschluss und Ausschreibung noch vor der Winterperiode beginnen. Mit dem Beschluss des Bauausschusses am 16. September und damit nach den Treffen der Ortsbeiräte könne der Fahrplan noch eingehalten werden, erklärte Bender. Sollten die Stadtteilgremien sich mit der Regelung einverstanden erklären, empfiehlt Christina Musculus-Stahnke (FDP), die Maßnahme zunächst zwei Jahre lang zu erproben und danach eine endgültige Entscheidung zu treffen.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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