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Radeln zwischen 10 000 Autos

Rendsburger Landstraße Radeln zwischen 10 000 Autos

Die Radfahrer in den Stadtteilen Russee und Hassee sollen jetzt Schutzstreifen auf der stark frequentierten Rendsburger Landstraße erhalten. Doch nicht nur die Ortsbeiräte sind skeptisch. Am 3. September steht die Angelegenheit auf der Tagesordnung des Bauausschusses.

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Straße statt Radweg? Auf der Rendsburger Landstraße, wie hier auf Höhe der Achterwehrer Straße, schätzen bisher viele Radler ihren separaten Verkehrsraum.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Separater Radweg oder Schutzstreifen auf der Fahrbahn? An dieser Frage scheiden sich derzeit in vielen Stadtteilen die Geister. Nicht zuletzt in Russee und Hassee, wo Schutzstreifen geschaffen werden sollen. Die Fahrradfahrer müssten sich dann die Rendsburger Landstraße mit den Autofahrern teilen.

 Fünf Schulen mit entsprechendem Radleraufkommen befinden sich an der Rendsburger Landstraße. Dazu mehrere Gewerbegebiete mit dem damit verbundenen Schwerverkehr. Obwohl die Rendsburger Landstraße schon lange keine Bundesstraße mehr ist: Mit rund 10000 Fahrzeugen am Tag ist die Verkehrsbelastung hoch und – wie das Tiefbauamt einräumt – sogar grenzwertig hoch. Denn nach einschlägigen Empfehlungen sollen auf Straßen mit Fahrradschutzstreifen nicht mehr als 10000 Autos täglich unterwegs sein.

 Dennoch setzen das Kieler Fahrradforum, der städtische Fahrradbeauftragte und auch die Experten im Tiefbauamt auf die Schutzstreifen. Ihr Hauptargument: Separate Radwege gaukelten Sicherheit nur vor, tatsächlich lauere an Hofeinfahrten und Nebenstraßen Gefahr, weil die Radler von Autofahrern leicht übersehen werden könnten.

 Ganz von der Hand zu weisen ist das nicht. Russees Ortsbeiratsvorsitzender Winfried Jöhnk wurde gerade erst auf dem Radweg genau an einer solchen Nebenstraße von einem Auto angefahren, landete im Krankenhaus und laboriert bis heute an den Folgen des Unfalls.

 Während es im Ortsbeirat Russee/Hammer/Demühlen geteilte Meinungen zum Schutzstreifen gibt, ist die Haltung bei den Kollegen in Hassee/Vieburg klar. Einstimmig sprachen sich die Stadtteilvertreter bereits im Mai dagegen aus. Zur Begründung heißt es im Protokoll: „Die Nutzung der Straße birgt verkehrsbedingt, vor allem an den Bushaltestellen, Lkw-Einfahrten und Verkehrsinseln ein hohes Unfallrisiko, sodass es zu einer verstärkten Autobenutzung anstelle des Radfahrens oder vielleicht sogar zu Unfällen kommen könnte.“

 Seine Skepsis gegenüber Schutzstreifen hat auch Andreas Panizzi von der Polizeistation Hassee bekundet. Seiner Meinung nach drohen beträchtliche Gefahren, zumal dann, wenn – wie für die Rendsburger Landstraße beabsichtigt – Bushaltestellen auf die Fahrbahn verlegt werden und Radler ständig ausweichen müssen.

 Dem hält Kirsten Kock, vom Fahrradforum, in dem auch die Polizei vertreten ist, eine andere Sichtweise entgegen. Man begrüße die Maßnahme ausdrücklich, weil auf klassischen Radwegen die Sicherheit „nur gefühlt“ sei und in Wahrheit ständig die Gefahr bestehe, übersehen zu werden.

 Am kommenden Donnerstag, 3. September, steht die Angelegenheit auf der Tagesordnung des Bauausschusses (17 Uhr, Neues Rathaus, Raum D 604). Abgestimmt werden soll über Schutzstreifen, die an beiden Seiten zwei Meter breit sollen und damit den Richtwert von 1,60 Meter übertreffen.

 Was nichts daran ändert, dass zumindest der Russeer Ortsbeiratsvorsitzende Winfried Jöhnk Kritik äußert. Seine Stadtteilvertreter hatten das Thema zuvor zweimal vertagt und wollten eigentlich am 15. September darüber abstimmen. Wenn nun der Bauausschuss vorab vollendete Tatsachen schaffe, sei das „nicht im Sinne einer Bürgerbeteiligung“, bemängelt Jöhnk.

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