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Kieler Schlepper docken in Dänemark

Reparaturkapazitäten fehlen Kieler Schlepper docken in Dänemark

Noch vor 30 Jahren gab es in Kiel, Flensburg und Lübeck mehr als ein Dutzend Docks für die Reparatur von Schiffen. Mittlerweile ist an der gesamten schleswig-holsteinischen Ostseeküste nur noch ein funktionstüchtiges Schwimmdock zu finden. Das liegt bei der Lindenau Werft in Kiel.

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Kieler Schlepper im Dock in Dänemark. Da es in Kiel nur noch ein Schwimmdock gibt, sind die Schlepper „Kiel“ und „Holtenau“ jetzt zu einer Werft auf der dänischen Insel Ærø ausgewichen. In Dänemark gibt es noch genügend Docks.

Quelle: Ansgar Stalder

Kiel. Die deutschen Reedereien aus der Region weichen daher nach Dänemark aus. „Wir haben alles versucht, aber das nächste freie Dock einer deutschen Werft wäre für unsere ’Kiel’ in Cuxhaven“, sagt Ansgar Stalder. Die Fahrtkosten und die Logistik für die Dockung in Cuxhaven sind für den Betriebsleiter der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK) jedoch keine Lösung. Seine Lösung heißt Dänemark. „Wir haben uns deshalb erstmals entschieden, die Schlepper ’Kiel’ und ’Holtenau’ auf Ærø bei der Søby Werft docken zu lassen“, so Stalder. Zunächst habe man gezögert. Die Werft liegt auf einer dänischen Insel und in einem sehr kleinen Hafen. „Wir wurden nicht enttäuscht. Die dänische Werft macht einen großartigen Job“, schwärmt Stalder.

 Der Kieler folgt mit dieser Entscheidung einer Reihe deutscher Reedereien, die bereits in der Referenz-Liste der kleinen Werft stehen. Deren Dock ist inzwischen fast durchgängig belegt. Küstenfrachter und auch Spezialschiffe machen dort fest. Selbst die Fährreederei Scandlines und die dänische Marine sind Kunde. In Kiel gab es für den Winter keine Chance auf ein Dock. Bei der Lindenau Werft liegt bis Ostern die Korvette „Magdeburg“ im großen Schwimmdock. Das kleine Lindenau-Dock ist aufgrund von Korrosionsschäden nicht mehr betriebsbereit. Bei den Trockendocks sieht die Lage ähnlich aus. Von den fünf Docks bei den Werften TKMS und German Naval Yards in Kiel-Gaarden sind alle belegt. Bis November gab es im Marinearsenal mit dem Dock A noch eine Alternative. Doch das Dock wurde vom Verteidigungsministerium als Militärhilfe an Tunesien verschenkt. „Dieses Dock wäre für uns hier in Kiel ideal gewesen“, sagt Stalder.

Es dauert bis zu einem Jahr

 Und neue Docks? „Das ist für uns nicht realisierbar. Dafür bekommen wir keine Genehmigung“, sagt Gerd Thomsen von der Werft Gebrüder Friedrich. Das mittelständische Unternehmen hatte mehrfach überlegt, wie es seine Kapazitäten modernisieren und ausweiten könnte. Doch ein Liegeplatz lässt sich nicht ohne Baggerarbeiten nicht schaffen. „Die Umweltauflagen sind dafür viel zu hoch. Selbst bei kleinen Umbauten an unserem Anleger für die Schlepper in Holtenau dauert es bis zu einem Jahr, bis wir alle Umweltauflagen erfüllt haben und eine Genehmigung bekommen. Und dabei reden wir nicht über Baggerarbeiten“, sagt Stalder. In Dänemark wird das Thema mit mehr Pragmatismus angepackt. So entstand in Odense auf Fünen direkt neben Naturschutzgebieten eine der größten Reparaturwerften des Landes. Für die dänische Fischereiflotte gibt es zudem in fast allen großen Häfen Werftbetriebe mit Docks und Hallen.

 Nach den ersten Tagen im Dock auf Ærø ist Stalder ganz zufrieden. „Wenn man es genauer betrachtet, ist es sogar gar nicht so weit weg von Kiel. Die beiden Schlepper waren nur vier Stunden unterwegs. „Nach Cuxhaven hätten wir durch den Kanal mehr als doppelt so lange gebraucht“, sagt Stalder. Bei der „Kiel“ wurde im Søby-Dock ein Schottel-Propeller ausgetauscht und normale Wartungsarbeiten ausgeführt. Bei der „Holtenau“ wird auch noch ein Propeller getauscht. Beide teilen sich ein Trockendock. Möglicherweise ist der erste Schlepper schon am Wochenende wieder in Kiel. Bei den Fahrgastschiffen will die Reederei an Kieler Werften festhalten. „Unsere Fähren bekommen wir bei Friedrich auch aus dem Wasser. Die sind nicht so schwer“, sagt Stalder.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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