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Ikea in Kiel auf Wachstumskurs

Rieseninvestition Ikea in Kiel auf Wachstumskurs

Der Möbelriese Ikea will in die Erweiterung seiner Kieler Filiale etwa 50 Millionen Euro investieren. Im Bauausschuss stellte Projektentwickler Norbert Kopczynski detaillierte Pläne vor. Die Kommunalpolitiker vertagten allerdings den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans, weil sie noch Informationsbedarf haben.

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Nach der geplanten Erweiterung erwartet Ikea mehr Kundschaft. Aus diesem Grund will der Möbelriese in der Landeshauptstadt das Parkhaus um zwei bis drei Etagen mit je 130 Plätzen aufstocken.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Sollte schnell Baurecht geschaffen werden, will Ikea nach 15 bis 17 Monaten Bauzeit Ende 2018 eröffnen. Geplant ist, wie berichtet, ein 26 Meter hoher Lagerturm, der die Ansicht des Komplexes zwischen Autobahn und Westring sichtbar verändern wird. „Um für den Kundenzuwachs weitere Stellplätze zu schaffen, wollen wir das Parkdeck um zwei oder drei Geschosse mit bis zu 130 Plätzen je Etage aufstocken“, erklärte der Projektentwickler. Dafür muss die bestehende Umfahrung und der Landschaftswall in Teilen überplant und angepasst werden. Weiter sei vorgesehen, den Verkaufsbereich für Möbel um mehr als 5000 Quadratmeter zu erweitern. Die zulässige Fläche für sogenannte zentrenrelevante Artikel soll nicht vergrößert werden. „Wir wollen die Parkplatzanlage vor dem Eingang umgestalten und das Restaurant um 70 Plätze erweitern“, sagte Kopczynski. Zudem will Ikea ein Glashaus bauen, in dem Gartensortimente angeboten werden. Da die Kapazitätsgrenzen im Kassenbereich erreicht sind, sollen auch dort die Abläufe optimiert werden. Und die Fassade werde nach Angaben des Planers „schöner gestaltet“.

Ikea will umweltverträglicher werden

Der Möbelriese setzt künftig auf Umweltverträglichkeit: „Wir haben eigene Windparks und wollen ab 2020 mit Ökostrom energieunabhängig sein“, erklärte der Projektentwickler. Das Licht soll künftig zu 100 Prozent aus LED-Leuchten kommen. Im Zuge der Erweiterung sind E-Zapfsäulen geplant, an denen Kunden kostenfrei Strom in ihre Autos fließen lassen können. „Um für unser Vorhaben zu werben, wollen wir mit den Bürgern in den Dialog treten und Onlineforen anbieten“, sagte Kopczynski. Mit der Stadt sei man bereits seit 2011 im Gespräch. „Unser Projekt ist ein starkes Signal an den Standort Kiel. Bei dem Umbau setzen wir auf die lokale Wirtschaft und wollen Handwerker aus der Region bevorzugen“, betonte der Ikea-Planer. Dazu solle ein Gespräch mit der Industrie- und Handelskammer geführt werden. Kopczynski hätte sich gewünscht, dass der Bauausschuss den B-Plan beschlossen hätte. Er verstehe aber auch die Fraktionen, die noch Einzelgespräche führen wollten. Dafür werde er selbstverständlich zur Verfügung stehen.

Informationen sind noch nicht ausreichend

Und der Bedarf an weiteren Informationen ist da: Ob es beispielsweise eine Visualisierung von dem Lagerturm gebe?, fragte Lutz Oschmann (Grüne). Nein, so weit seien die Planungen noch nicht vorangeschritten, erklärte Thomas Stüber vom Stadtplanungsamt. Auch Wolfgang Homeyer (CDU) könne sich die optische Auswirkung nicht vorstellen. Aber sobald das Verfahren eröffnet sei, gebe es die Gelegenheit, Einfluss auf die Umsetzung zu nehmen, so Stadtplaner Stüber. André Wilkens (SPD) begrüßte, dass die Flächen an dem Standort ausgenutzt werden sollen. „Unsere Fraktion steckt aber gerade in den Haushaltsberatungen, so dass wir gerne vertagen würden“, sagte der SPD-Mann. Die CDU sah die Dringlichkeit bei diesem wichtigen Vorhaben nicht. Somit kommt der Punkt „Ikea-Erweiterung“ auf die Tagesordnung des nächsten Bauausschusses.

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Günter Schellhase
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Foto: Ikea in Kiel von oben: Der schwedische Konzern will großflächig erweitern. Geplant ist unter anderem auch ein 26 Meter hoher Lagerturm.

Die Stadt Kiel schickt sich an, in den kommenden Jahren ein großes Möbelzentrum zu werden: Während sich Möbel Kraft mit seiner achten Filiale zwischen Westring und Hasseldieksdamm niederlassen will, plant der schwedische Konkurrent Ikea, seinen 2002 eröffneten Standort in direkter Nachbarschaft auszubauen.

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