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Kieler ist bester Hobby-Kicker Tipp, Tipp, Hurra

Das Eckige muss ins Eckige, und ein Spiel dauert zehn Minuten: so funktioniert Tipp-Kick. „Es geht um Präzision und taktisches Geschick“, erklärt Robert von Hering. Der 26-jährige Kieler hat sich beim diesjährigen Tourfinale der deutschen Tipp-Kicker in Bockenem (Niedersachsen) auf Platz 1 der Rangliste gespielt.

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Mit einem bestimmten Drall auf dem Ball landet dieser nach dem Schuss wieder auf der eigenen Farbe. Dazu muss Robert von Hering den Ball richtig kicken.

Quelle: Frank Peter

Kiel.  31 Gegner, darunter mehrfache deutsche Meister, verwies von Hering auf die Plätze. „Eigentlich war ich eher der Underdog, denn ich habe noch nie bei Meisterschaften gewonnen.“

 Ähnlich wie beim Tennis gibt es eine Rangliste des Deutschen Tipp-Kick-Verbandes, auf der die besten Spieler der Republik nach Punkten gelistet sind. Die Top 32 spielten im Tourfinale gegeneinander. „Ich war vorher auf Platz 29, bin also gerade eben in den Wettbewerb gerutscht“, sagt der Hobby-Kicker. Durch den Sieg verbesserte er sich in der Gesamtwertung auf Rang 16.

 Über seinen Durchmarsch ist der Doktorand der Mathedidaktik selbst erstaunt. Bereits in der Vorrunde kam er auf Platz zwei und hat sich damit direkt für das Viertelfinale qualifiziert. „In der Finalrunde war es totenstill in der großen Sporthalle“, beschreibt er die Stimmung. Das Niveau sei sehr hoch, Fehler dürfe man sich da nicht leisten.

 Das Tipp-Kick-Fieber gepackt hat ihn, als er mit zehn Jahren ein Rollfeld zum Spielen bekam. „Noch im selben Jahr habe ich angefangen, im Verein Torpedo Kiel zu spielen.“ Der Verein löste sich nach einigen Jahren wieder auf, und sein Hobby ruhte. Vor fünf Jahren gründete er dann mit einigen weiteren Tipp-Kickern den Verein Balltick Kiel, der mittlerweile auf zwölf Spieler angewachsen ist.

 In ganz Schleswig-Holstein gibt es nur drei Vereine, die diesen Sport anbieten: in Kiel, Neumünster und Grönwohld (Kreis Stormarn). Wie viele Vereine haben auch die Ballticker Nachwuchssorgen. „Gerade als Frau hat man gute Chancen, Deutsche Meisterin zu werden“, sagt von Hering, denn es gebe neben den gemischten Meisterschaften auch eine explizit für Frauen.

 Apropos Frauen: Weibliche Spielfiguren sind beim Tipp-Kick verboten. „Zu viel Abwehrfläche durch die langen Haare der Figur.“ Die kleinen, massiven Metallfiguren sind allesamt Maßanfertigungen.

 Insgesamt dürfen neben dem Torwart nur vier Spielfiguren für ein Turnier verwendet werden, es ist aber nur ein Spieler zurzeit auf dem Feld. „Das Bein, mit dem geschossen wird, ist aus dünnerem Metall, damit man besser den Ball führen kann“, erklärt von Hering, „in einem Wettkampf benutze ich aber meist nur eine Figur, weil ich mich auf die besser einspielen kann.“

 Besonders liegen ihm die geraden Schüsse. Um die Gegner zu schlagen, zähle aber auch taktisches Geschick und ein wenig Psychologie. Gespielt wird auf einem Miniaturfußballfeld, dass in einem Maßstab von 1: 100 einem normalen Fußballfeld entspricht.

 Da die Spieler aber immer nur mit je einer Figur gegeneinander antreten, darf der Miniatur-Gegner nie dichter als zwei Figurlängen an den Ball herangestellt werden Der Ball ist eckig, damit er besser gespielt werden kann und hat eine schwarze und eine weiße Seite. „Liegt die eigene Farbe oben, ist man am Zug und hat sieben Sekunden Zeit, um zu schießen. Der Gegner setzt seinen Abwehrspieler binnen drei Sekunden.“

 Von Hering ist sich sicher, seine Konkurrenz bei dem Tourfinale wegen seiner Fähigkeiten als Torwart geschlagen zu haben. Da ist es dann doch wie im echten Fußball: Ohne guten Torwart ist die Mannschaft gar nichts.

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