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Ein Zirkus glänzt für ganz Kiel

Roncalli-Premiere Ein Zirkus glänzt für ganz Kiel

Das Warten hat sich gelohnt: Nachdem Circus Roncalli durch Sturmtief „Niklas“ gezwungen war, seine Premiere am Kieler Willy-Brandt-Ufer um zwei Tage zu verschieben, glänzte das bunte Zelt am Sonnabend bei strahlendem Sonnenschein umso heller.

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Manege frei für den Zauber von Circus Roncalli: Die Premiere am Sonnabendabend begeisterte ganze Kiel.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Unter der Zeltkuppel zündete Roncalli vor fast ausverkauftem Haus das magische Feuerwerk aus Artistik, Clownerie und Romantik, für das der Zirkus alter Schule seit 40 Jahren berühmt ist. Und er bewies einmal mehr, dass es keine Löwen und Elefanten braucht, um das Publikum in seinen Bann zu ziehen.

Ein Zirkus begeistert die Massen: Roncalli gibt die Manege frei, mit Artistik und Shows alter Schule und in neuem Glanz.

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Rassige Barockpferde, die zu Gitarrenklängen tanzen, sibirische Huskys und Samojeden, die wie sprunggewaltige Plüsch-Flummis durch Reifen hechten, und der pfiffige Foxterrier „Loulou“ sind die einzigen tierischen Stars der Tournee „Salto Vitale“. Wenn sie, begleitet vom gut gelaunt aufspielenden Roncalli-Orchester, ihre Schönheit und ihre Tricks vorführen, ist das exotisch genug – und unterhaltsam allemal. Ansonsten dreht sich das Programm um die Menschen, die es machen. Und die nehmen ihr Publikum schon am Eingang höchstpersönlich in Empfang. Entspannte Akrobaten, bunt geschminkte Clowns und Musiker mischen sich unter ihre Gäste, schütteln Hände und reichen Zuckerwatte herum. Es regnet Konfetti und rote Herzchen werden auf Wangen gemalt: Manege frei für ein Programm, das einen Höhepunkt nach dem anderen aus dem Hut zaubert.

"Sie werden wieder Kind sein"

„Heute Nachmittag werden Sie Kind sein, werden Sie Clown sein“, moderiert Yann Rossi, einer der letzten klassischen Weißclowns, die nachgeholte Premiere feierlich an. Er und seine komischen Kollegen Hector Rossi und Sergej Maslennikov werden im Laufe des Nachmittags eine wichtige Rolle spielen. Denn sie beeindrucken nicht nur mit ihren eigenen, poetisch-witzigen Nummern, sondern erlauben den Zuschauern, zwischen temporeicher Akrobatik und atemberaubenden Darbietungen auch mal Luft zu holen und sich kurz zurückzulehnen. Zum Beispiel, wenn sie die Oper „Nabucco“ auf einem handelsüblichen Blasebalg zum Besten geben. Eine Menge Luft braucht auch der „Flötenmann“ Gabor Vosteen, der mit vollem Körpereinsatz, dynamischer Frisur und viel Charme bis zu fünf Blockflöten gleichzeitig ertönen lässt. Und sogar einigen mehr oder weniger Freiwilligen aus dem Publikum die Flötentöne beibringt. Gäbe es einen erklärten Publikumsliebling, so wäre Vosteen zumindest ein heißer Anwärter auf den Titel.

Schwerkraft spielt keine Rolle mehr

Schönheit und Muskelkraft stehen im Mittelpunkt der vielen einzigartigen Akrobatiknummern. Die Italienerinnen Kelly und Alexandra verzaubern mit ihrer Biegsamkeit und Körperbeherrschung im Handstand, magisch leuchtend im neonglitzernden Kostüm. Die Trapezkünstler „Duo Sorellas“ präsentieren sich hoch über der Manege als kraftvolle Luftmenschen, die sich gegenseitig beflügeln und auffangen. Hula-Hoop-Queen Alla Klyshta und Reydi Argote vollführen als „Duo Reyal“ einen außergwöhnlichen Liebestanz am „chinesischen Mast“, bei dem die Schwerkraft scheinbar keine Rolle mehr spielt. Und auch die Hebefiguren der „Curatola Brothers“, die Biegekunst von Andrey Romanofsky, der coole Drahtseilakt von Andrej Ivakhnenko im knallroten Stachelkostüm und die Schleuderbrett-Show vom „Trio Csàszàr“ ernten donnernden Applaus.

„Das sind alles sehr hochwertige Nummern, auch die Live-Band ist toll“, findet Anne Peters, die mit Oskar (7) und Elsa (9) zu den Premierengästen zählt. Elsa freut sich über die Abwesenheit von Wildtieren. „Dann muss kein Tier gequält werden.“ Das meinen auch Jako (11) und Janne (7), die mit ihren Eltern Thies Wels und Meike Crone da sind. Meike Crone ist „beeindruckt von der Muskelkraft der Artisten“. Und Thies Wels, der vor vielen Jahren schon einmal eine Roncalli-Show gesehen hat, hat das „Zauberhafte“ auch im aktuellen Programm genossen. „Es ist einfach ein Zirkus anderer Art.“ Das bewegte sogar den Beamten Werner Orlowski, in seinem Ruhestand die Tournee "Salto Vitale" zu begleiten.

Der Name ist Programm und umgekehrt – und so endet „Salto Vitale“ mit äußerst vitalen Luftsprüngen, mit Tanz und sprühenden Funken. Der Letzte schwenkt den Wecker und macht das Licht aus. In zwei Stunden geht es wieder an. Dann dürfen neue Gäste zu Kindern und Clowns werden.

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Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH

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Circus Roncalli in Kiel
Foto: Circus Roncalli in Kiel: Der Aufbau des Zirkuszeltes wurde durch Sturm "Niklas" behindert.

Sturmtief "Niklas" wirbelt in Kiel das Programm von Circus Roncalli durcheinander: Das erste Mal in der Zirkus-Geschichte muss eine Premiere abgesagt werden. Karten können an der Circuskasse umgetauscht werden.

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