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Rückkehr in kleinen Schritten

Statuen für den Schlossgarten Rückkehr in kleinen Schritten

Der Verein „Kiels gelehrtes Erbe“ ist auf einem guten Weg. Das Vorhaben, vier Statuen der griechischen Philosophen Platon, Solon, Hippokrates und Aristoteles im Schlossgarten aufzustellen, kommt voran. Schon etwa 450 Spender haben Geld für das einmalige Projekt gegeben. Doch das ist nur ein Anfang.

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Bis zum Angriff durch Fliegerbomben 1945 zierten vier Philosophen das Hauptportal der Universität im Schlossgarten.

Quelle: hfr

Kiel. Seit mehreren Jahren verfolgt der Verein „Kiels gelehrtes Erbe“ das Ziel, Platon, Solon, Hippokrates und Aristoteles, die die vier Gründungsfakultäten darstellten, zurück an die Förde zu holen. Als überlebensgroße Statuen zierten die vier Vordenker mehrere Jahrzehnte lang das Kollegien-Gebäude der Universität an der Nordseite des Kieler Schlossgartens.

 Ein verheerender Bombenangriff zerstörte das Gebäude 1945 und mit ihm die Statuen, die in einem Bombentrichter verloren gingen. Fragmente des kopflosen Aristoteles wurden später von einem Bagger zurück ans Licht befördert – die übrigen Teile der berühmten Vordenker verschwanden für immer mutmaßlich in den Fundamenten Kieler Nachkriegsbauten. Das Bild der vier Philosophen, die über den Kieler Wissenschaftsbetrieb wachten, blieb in den Köpfen vieler Menschen und geriet nie in Vergessenheit.

 Vor allem nicht beim Verein „Kiels gelehrtes Erbe“, der sich den Wiederaufbau der Statuen im Schlossgarten zum Ziel gesetzt hat. Zwar werden die Skulpturen nicht – wie zunächst geplant – bis zum offiziellen Festakt zum Universitätsjubiläum im Oktober fertig sein, dennoch zeigen sich die Mitglieder vom Verein zufrieden. Denn: In den vergangenen Monaten sind viele Zuwendungen für das Projekt eingegangen. Zwischen „ganz vielem kleinen Spenden“ und Beträgen von bis zu 500 Euro bewegen sich die einzelnen Summen, die Kieler für die Rekonstruktion der steinernen Philosophen bisher gegeben haben. Etwa 35000 Euro hat der Verein bis jetzt eingenommen – fast genauso viel wurde bisher ausgegeben. Unter anderem für den Abguss der Figur des Aristoteles (wir berichteten). Insgesamt werden mehr als 500000 Euro nötig sein, um alle Statuen zu fertigen.

 „Besonders überrascht sind wir von der Tatsache, dass unser Vorhaben überall auf positive Resonanz gestoßen ist“, sagt Dr. Alexander Ostrowicz, Vorstand des Vereins. Er versichert: „Statue Nummer 1 ist derzeit im Werden.“ Zudem verliefen Verhandlungen mit einem Großspender. Dieser habe sich unter bestimmten Umständen bereit erklärt, den Bau einer ganzen Statue, also der zweiten, zu finanzieren.

 Geht es nach dem Verein, sollen die ersten beiden Rekonstruktionen aus Gründen der Symmetrie möglichst zeitgleich aufgestellt werden.

 Bei den Skulpturen handelt es sich nicht um Kopien, erklärt Alexander Ostrowicz, sondern um Rekonstruktionen. Es wird genau das gleiche Material verwendet, wie bei den ursprünglichen Statuen – das mache den Nachbau so teuer. „Uns war von Anfang an klar, dass das mehrere Jahre dauert.“

 Um zusätzliches Geld für das Projekt zusammen zu bekommen, sollen von allen vier Philosophen sogenannte Bozzetti – keine Entwürfe von etwa 65 Zentimeter Höhe – angefertigt werden. Diese bilden die Grundlage für die spätere Arbeit des Bildhauers und sollen meistbietend versteigert werden.

 Mehr Informationen unter www.kiels-gelehrtes-erbe.de

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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