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Radler auf Gegenkurs zum Ortsbeirat

Russee/Hammer/Demühlen Radler auf Gegenkurs zum Ortsbeirat

Die Radler in Russee, Hammer und Demühlen machen mobil. Ausgerechnet diese besonders umweltfreundliche Art der Fortbewegung wird aus ihrer Sicht oft unnötig erschwert.

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Die Russeer Radler setzten bereits im Mai mit einer Tour durch den Stadtteil das Signal, dass sie ebenso wie die Autofahrer ein Teil des Verkehrs sind.

Quelle: Martin Geist

Russee/Hammer/Demühlen. Teilweise fehlt es nach ihrer Wahrnehmung den Verantwortlichen auch an Einsicht in die Sicherheitsbedürfnisse von Radfahrern.

 Ein noch kleiner Kreis an Interessierten hat sich jetzt getroffen, um den Fahrrad fahrenden Bewohnern von Russee, Hammer und Demühlen künftig in regelmäßigen Versammlungen die Möglichkeit zu bieten, Themen für ein sichereres Verkehrsangebot für die zu erörtern. Die Ergebnisse sollen den zuständigen Gremien und Ämtern als Anregung zugeleitet und der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.

 Mit steigender Teilnehmerzahl, so hoffen die Initiatoren Michael Wagner, Olaf Busack und Herbert Schramm, könnte durch das Forum eine Lobby für die Radfahrer aus den drei Stadtteilen geschaffen werden.

 Angeregt durch die Diskussion über den Ausbau der Rendsburger Landstraße, kam die Runde zu der Auffassung, dass angesichts stetig steigender Zahl der Fahrradnutzer deren Rechte stärker verdeutlicht werden müssen. Auch drängt sich den Radlern der Eindruck auf, dass in der Kommunalpolitik zuweilen eher nach Gefühl, als auf Basis echter Kenntnis entschieden werde.

 Michael Wagner formuliert es so: „Nicht zuletzt die negativen Voten der Stadtteilvertretung zur Fahrradstraße in der Spreeallee sowie zum Schutzstreifen an der Rendsburger Landstraße zeigen: Es bedarf dringend einer Lobby für Zweiradfahrer.“

 Im Gegensatz zum Ortsbeirat begrüßt das neue Forum jedenfalls den Verwaltungsvorschlag, die Rendsburger Landstraße mit einem zwei Meter breiten Fahrradstreifen auszustatten und die alten separaten Radwege abzuschaffen. Angeregt wird dabei, diesen Streifen rot einzufärben, damit er sich deutlich von der Fahrbahn abhebt. Außerdem sollte die durchgehende Linie ähnlich wie bei der Abgrenzung der Standspur auf der Autobahn eine Oberfläche erhalten, die beim Überfahren Geräusche erzeugt.

 Ganz vom Tisch ist der Schutzstreifen für den Ortsbeirat indes noch nicht. Zwar äußerten sich dessen Mitglieder überwiegend kritisch zu dieser Idee, formell abgestimmt werden soll aber erst im September.

 Ein weiterer Vorschlag der neuen Radler-Lobby: In der Rendsburger Landstraße sollten von der Achterwehrer Straße bis zum Ihlkatenweg Schilder aufgestellt werden, die wie auf der Hamburger Chaussee und in der Hofholzallee darauf hinweisen, dass Fahrradfahrer die Straße nutzen dürfen und motorisierte Verkehrsteilnehmer entsprechenden Abstand zu halten haben. Das nächste Treffen der Radlerlobby von Russee, Hammer und Demühlen findet am Mittwoch, 7. Oktober, um 19 Uhr im Vereinsheim des TSV Russee, Rendsburger Landstraße 251, statt. Gäste sind willkommen.

 Wegen der Verengung der Fahrbahn hinter der Einmündung der Achterwehrer Straße und der zahlreichen Gewerbebetriebe wäre aus Sicht der Radler Runde dort außerdem eine Tempo-30-Zone wünschenswert. Diese Anregungen werden nun in einem Schreiben dem Ortsbeirat und dem Leiter des Tiefbauamtes nahegebracht.

 Radlerisches Selbstbewusstsein formiert sich derweil nicht nur am grünen Tisch. Im Mai traten in Russee und Hammer fast 200 Leute für ihre Rechte in die Pedale. ‚Einige wenige Autofahrer schimpften, weil Radfahrer auf ‚ihren‘ Straßen“ fuhren, berichtet Olaf Busack, der schon mehrmals an Touren der Initiative „Critical Mass“ teilgenommen hat.

 Als „kritische Masse“ tun sich in Kiel regelmäßig Radler zusammen, um gemeinsam sicher und entspannt auf der Fahrbahn zu fahren. Die Zweiradfahrer wollen so ihren Status als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer verdeutlichen. „Wir blockieren nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr“, betont Olaf Busack.

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