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„Wildwest-Zustände“ am Ihlkatenweg

Russee/Mielkendorf „Wildwest-Zustände“ am Ihlkatenweg

Im Ihlkatenweg, der die Gemeinde Mielkendorf mit dem Kieler Stadtteil Russee verbindet, wollen die Autofahrer einfach nicht glauben, dass die auf unübersehbaren Blechtafeln ausgewiesene Straßensperrung tatsächlich bedeutet, dass die Straße gesperrt ist. Schuld an dem Schild sind, wenn man so will, die Stadtwerke.

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Engpass Baustelle: Viele Autofahrer mögen das erst glauben, wenn sie es selbst gesehen haben.

Quelle: Martin Geist

Russee/Mielkendorf. Die selbstredend durchaus Löbliches im Sinn haben und voraussichtlich noch bis Mitte November im Bereich zwischen der Straße Hinter Bramberg und dem Ihlseeweg die Hauptgasleitung erneuern lassen. Und weil der Ihlkatenweg nun mal wirklich sehr eng ist, muss er während dieser Zeit gesperrt werden.

 Das mag der motorisierte Teil der Bevölkerung im Grundsatz wohl einsehen, im Einzelfall tickt er jedoch oft anders. Schließlich gibt es in diesem Bereich auch Schilder, die mitteilen, dass Anlieger bis zur Baustelle trotzdem fahren dürfen. Also probiert man, was geht und versucht, sich durchzumogeln.

 „Alle paar Minuten fährt einer durch“, berichtet Anwohner Herbert Schramm. Er spricht von regelrechten „Wildwest-Zuständen“ und erhöhtem Aggressionspotenzial gefrusteter Autofahrer, die einsehen müssen, dass sie es doch nicht schaffen. Jüngst ereignete sich ein besonders krasser Fall, als es wieder einmal einer probierte, direkt an der Baustelle Aussichtslosigkeit seines Unterfangens erkannte und beim Wenden mit den Hinterrädern in einem aufgebuddelten Graben landete. Heraus kam der forsche Fahrer nur mit Hilfe eines Abschleppwagens, zur Beruhigung seines Gemüts war obendrein die Polizei vonnöten: Einem Bauarbeiter, der darauf hinwies, dass das missglückte Manöver nun wirklich arg störend für den Fortgang der Leitungserneuerung sei, hatte der Mann nach Augenzeugenangaben unverhohlen Prügel angedroht.

 Kaum weniger anarchisch gestaltet sich das Geschehen nach Feierabend. Dann ist der Ihlkatenweg tatsächlich frei, allerdings nur im Einbahnverkehr von der Rendsburger Landstraße Richtung Mielkendorf. Wer dagegen von der anderen Seite kommt, darf nicht durch und – man vermutet es schon – probiert es oft eben doch. Was dann im nicht gerade seltenen Begegnungsfall dazu führt, dass kurzerhand der Bürgersteig zur Fahrbahn erklärt wird und Fußgänger oder spielende Kinder sehen müssen, wo sie bleiben.

 Polizei und Ordnungsamt bleibt nur, zu betonen, dass für den Ihlkatenweg ein Schild wirklich gilt. Und so lange sich diese Erkenntnis noch nicht in allen Köpfen durchgesetzt hat, wird kontrolliert. Immer wieder, so bestätigt Anlieger Schramm, legen sich die kommunalen Ordnungshüter „ganz spontan“ auf die Lauer. Und machen ordentlich Kasse.

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