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Der kleine und der große Peter

Russee Der kleine und der große Peter

Suchmaschinen sind eine prima Idee gegen Langeweile. Das dachte sich auch der Russeer Peter Janisch, der beim Googeln nicht nur einen Zeitvertreib, sondern einen großen kleinen Freund fand.

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Ziemlich beste Freunde: Peter Janisch aus Kiel und der kleine Peter Janisch aus Österreich.

Quelle: Martin Geist

Russee. Vier Jahre ist es her, da forschte Janisch im Netz nach, wer noch genauso heißt wie er. Und siehe da: Er stieß auf die Geburtsanzeige eines Peter Janisch im österreichischen Städtchen Hartberg und sagte sich: „Ich kann das ja nicht sein.“ Logischer Schluss: Es konnte sich nur um einen kleinen Namensvetter handeln.

Das Jahr ging zu Ende, Weihnachten stand vor der Tür, und der Janisch von der Förde beschloss, dem Janisch aus der Steiermark ein Päckchen zu schicken. Dank hilfsbereiter Postler fand das Präsent auch ohne genaue Adresse sein Ziel, gelangte jedoch zuerst in die Hände der Oma des kleinen Peter. Und die reagierte zunächst mehr als misstrauisch. Ein Päckchen von Peter Janisch für Peter Janisch: Da musste doch was faul sein. Womöglich sogar eine Brief- respektive Paketbombe.

Vater Mario Janisch grinst, wenn er heute diese Geschichte erzählt. Und gibt zu, dass man das Päckchen tatsächlich unter allergrößter Vorsicht geöffnet habe. Umso größer war die Freude, als lauter schicke Baby-Spielsachen zum Vorschein kamen. Samt eines Begleitschreibens, das die unverhoffte Gabe aufklärte.

Daraus entwickelte sich dann etwas wahrlich Altmodisches: Eine Brieffreundschaft ganz ohne Internet. Die Schreiben wechselten auf diese Weise hin und her, bis es im vergangenen Jahr auch die Menschen taten. Peter Janisch und seine Frau reisten für eine Woche ins zwischen Graz und Wien gelegene Hartberg, wurden von der großen Familie des jungen Namensvetters aufgenommen, als würden sie schon immer dazugehören. „Auch die Gegend ist sehr schön“, berichtet der 66-jährige Kieler, der damals natürlich eine Gegeneinladung aussprach.

Die wurde jetzt angenommen. Fünf Tage machte Peter Janisch mit Papa Mario und Mama Karin Urlaub in Kiel, besichtigte die Stadt, das Rathaus und das Seehundbecken, erkundete tolle Spielplätze, lernte Laboe und Eckernförde kennen. Fast immer dabei war in dieser Zeit der „große Peter“, wie der kleine Peter ihn nennt.

„Ohne diese Geschichte wäre es uns wohl nie eingefallen, in Kiel Urlaub zu machen“, sagt Mario Janisch, der nun froh ist, dass es doch so gekommen ist. Schiffe, Strände und vieles mehr fanden die Österreicher rundum klasse, und auch für den kleinen Peter war etwas, das er bis dato nicht gekannt hatte, ganz toll: die „Bonien“, besser bekannt unter der richtigen Bezeichnung Bojen. Ehrensache, dass der über 1300 Kilometer reichende Kontakt nach all diesen netten Begebenheiten weiter gepflegt wird. Erst einmal mit Briefen und irgendwann bestimmt wieder persönlich. Viellicht zur Einschulung des kleinen Peter, „ganz bestimmt“ aber zu Olympia 2024. Sagt der große Peter.

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