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Alte Fördedampfer werden nicht erneuert

SFK-Flotte Alte Fördedampfer werden nicht erneuert

Am 22. September gibt es im Kieler Hafen einen runden Geburtstag. Das Fördeschiff „Schilksee“ wird 30 Jahre alt. Eigentlich ein Grund zum Feiern – wäre da nicht der Blick auf die Flotte. Denn: Die „Schilksee“ ist das jüngste der vier großen Fördeschiffe der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK).

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Die „Bülk“ gehört zur Schlepperflotte, die ein Durchschnittsalter von 22 Jahren hat. Die Fördeschiffe sind im Mittel sogar über 30 Jahre alt.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Eine Erneuerung der Flotte war deshalb angedacht. Dies ist aber jetzt zu den Akten gelegt worden. Die betagten Schiffe müssen weiterfahren.

 „Inzwischen sind wir froh, wenn das bestehende Angebot so aufrechterhalten werden kann, wie es heute ist. Von neuen Schiffen wagen wir gar nicht zu träumen“, sagt Michael Henry vom Verein Förde Fördern, der sich seit Jahren für die Fahrgastschiffe einsetzt. Nur mit erheblichem Aufwand können die vier Schiffe „Laboe“, „Strande“, „Heikendorf“ und „Schilksee“ für den Einsatz betriebsbereit gehalten werden. „In diesem Winter mussten die Hauptmaschinen der ,Heikendorf’ und der ,Schilksee’ komplett überholt werden“, sagt Ansgar Stalder, Betriebsleiter der SFK. Seine Sorge betrifft die mittelfristige Verfügbarkeit. „Es ist heute schon so, dass Ersatzteile extra angefertigt werden müssen. So etwas braucht dann natürlich seine Zeit“, bestätigt er auf Nachfrage. Hinzu kommt, dass der Fahrplan mit den bestehenden Schiffen nicht weiter verdichtet werden kann.

 Im vergangenen Jahr startete die Reederei deshalb eine Untersuchung zur Zukunft der Fördeschiffe. Nach Informationen von KN-online wird darin der baldige Ersatz der Schiffe empfohlen. Kommt es beispielsweise zu Maschinenschäden, droht den Schiffen ein mehrmonatiger Ausfall. Beim Eigenbetrieb Beteiligungen der Landeshauptstadt Kiel (EBK), dem Eigner der Reederei, verweist man auf die Zuständigkeit der politischen Gremien im Kreis Plön und der Stadt Kiel. Die Fahrgastschiffe sind nach dem Wissen des Eigenbetriebs noch immer einsatzfähig, so eine Sprecherin. Das sei insofern gut, weil zurzeit der Planungsprozess mit den Verwaltungen und der Politik in Kiel und im Kreis sowie den dortigen Gemeinden noch läuft. „Erst wenn gemeinsam ein Konzept für eine zukünftige Fördeschifffahrt steht, kann auch entschieden werden, welche Art von Schiffen und wie viele die Fördeschifffahrt zukünftig braucht und wie diese finanziert werden“, teilt EBK-Sprecherin Andrea Kobarg mit.

 Eine Zeitvorgabe gibt es nicht. „Mit der Einigung wird es schwer. Es geht hier nicht um einen Zuschuss von 50000 Euro“, sagt Henry. Der Bau von vier zeitgemäßen Fährschiffen kostet je nach Ausstattung zwischen fünf und zehn Millionen Euro. Es gibt deswegen auch noch keine abschließende Entscheidung. „Ich glaube nicht an eine schnelle Lösung. Deshalb sind wir froh, wenn die heutigen Schiffe noch etwas durchhalten“, sagt Henry.

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