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Megajacht bleibt länger im Dock

„Sailing Yacht A“ Megajacht bleibt länger im Dock

Die Endausrüstung der größten Segeljacht der Welt dauert länger als geplant. Die „Sailing Yacht A“ wird erst Ende August auf der Ostsee ihre Segel erproben.

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Die „Sailing Yacht A“ wird erst im August ihre Segel testen.

Quelle: Frank Behling

Kiel.  

Seit Oktober liegt das 142,8 Meter lange Schiff im Dock 8a der Kieler Werft German Naval Yards. Hinter Planen und Gerüsten wird der Rumpf des Schiffes veredelt. Eine Kunststoffbeschichtung des Stahlrumpfes wird dafür aufgetragen. Spezialisten sorgen dafür, dass der graue Anstrich später dem eines Flugzeugs  ähnelt. Schweißnähte und Unebenheiten wie Beulen werden dabei mit einer speziellen Kunststoffmasse zunächst verspachtelt und dann poliert. Dieses Vorhaben ist zeitaufwändig, da es reine Handarbeit ist. 

 

Die „Sailing Yacht A“ soll das neue Flaggschiff des russischen Milliardärspaars Aleksandra und Andrey Melnichenko werden. Sie hatten 2008 die Idee zu dem Projekt. Für die Verwirklichung ist ein internationales Expertenteam zuständig. Der Designer ist Philippe Starck, der für Andrey Melnichenko bereits die Motorjacht „A“ entwarf. Am 8. März 2012 war Kiellegung des Neubaus bei der Kieler Werft. 

 

 Für die Segeltechnik wurde die niederländische Spezialfirma Dykstra Naval Architects ausgewählt. Die weit über 120 Meter langen Spezialmasten lieferte die britische Firma Magma Structures, und die Segel werden in den USA von der Firma Doyle Sails geliefert. Das Herzstück des Antriebs sind aber zwei deutsche Dieselmotoren. Zwei MTU-Maschinen mit jeweils 20 Zylindern mit zusammen 7200 Kilowatt aus Friedrichshafen erzeugen die Energie für den Betrieb der beiden elektrischen Fahrmotoren und das Stromnetz an Bord. Mit der Leistung der beiden Dieselmotoren erreicht das Schiff eine Geschwindigkeit von bis zu 21 Knoten.  

Für die drei Segel steht eine mehrwöchige Erprobung im Herbst auf der Ostsee auf dem Programm. Erst danach soll das Schiff Kiel verlassen. Dafür gibt es für nur noch einen Ausweg: den Öresund. Neben der großen Sundbrücke befindet sich dort der Drodgen, ein Kanal für Schiffe ohne Höhenlimit. Mit den Masten ist die „Sailing Yacht A“ weit über 100 Meter hoch. Die Brücken im Großen Belt und im Öresund erlauben aber nur Schiffshöhen bis zu 65 Meter. 

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