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Im Straßenbau fehlen 65 Millionen Euro

Sanierungsstau Im Straßenbau fehlen 65 Millionen Euro

Die Wirtschaft in Schleswig-Holstein fordert eine umfassende Sanierung der Landesstraßen. Das Land solle die benötigten 90 Millionen Euro pro Jahr sofort in die Infrastruktur investieren – derzeit sind es nur 25 Millionen. Das verlangen Vertreter der Industrie- und Handelskammern und der Logistikwirtschaft.

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Vorsicht, Schlaglöcher! Der Zustand vieler Landesstraßen in Schleswig-Holstein ist schlecht: Laut Untersuchungen aus dem vergangenen Jahr sind ein Drittel aller Verbindungen dringend sanierungsbedürftig.

Quelle: dpa

Kiel.  Das sei notwendig, denn Sperrungen, Temporeduzierungen und Gewichtsbeschränkungen verursachten Kosten in Millionenhöhe für Speditionen, Gewerbe und Pendler.

 Das bestätigt auch die Landesregierung: Allein aus Zeitverlusten wegen Tempolimits auf Schlaglochpisten ergeben sich nach Angaben des Verkehrsministeriums jährlich zusätzliche Nutzerkosten in Höhe von über 40 Millionen Euro pro Jahr. „Fakt ist: Wir sind zu lange auf Verschleiß gefahren“, sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer auf einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer. Laut einem Schadensbericht ist fast ein Drittel des 3670 Kilometer langen Landestraßennetzes in einem sehr schlechten Zustand. Verantwortlich für die Schlaglochpisten sind stark gewachsene Verkehrsmengen und zunehmende Gewichte und Ausmaße von Fahrzeugen. Darüber hinaus wurde die Sanierung in den vergangenen Jahren vernachlässigt, weil nicht genügend Geld zur Verfügung gestellt wurde.

 „Wir fordern, dass die benötigten 90 Millionen sofort in den Erhalt fließen“, sagte Rüdiger Schacht, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck. Werde nicht jetzt mit der umfassenden Sanierung begonnen, verschlimmere sich der Zustand in den kommenden Jahren immens. Der Logistikverband stimmt schärfere Töne an: „Das ist ein trauriges Spiel. Die jetzigen Mittel reichen bei weitem nicht aus“, sagte Geschäftsführer Thomas Rackow. Sperrungen bedeuteten für die Speditionen Umwege. „Wenn die 3000 bei uns registrierten Lkw jeden Tag eine Stunde zusätzlich unterwegs sind, entstehen täglich Zusatzkosten von über 200000 Euro“, so Rackow. Die Wirtschaft funktioniere nur, wenn Logistikunternehmen, Fachkräften und Gewerbe eine guten Infrastruktur zur Verfügung gestellt würde – sonst drohe der Verlust von Arbeitsplätzen und eine mangelnde Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Auch die Gewerkschaften bemängeln den Zustand. „Die wichtigen Verbindungen müssen so hergerichtet werden, dass der Verkehr fließen kann“, sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord. Darauf seien Arbeitnehmer angewiesen, um ohne Zeitverluste zu ihrer Arbeitselle zu kommen.

 „Schleswig-Holstein braucht funktionierende Straßen, Schienen und Wasserwege, um seine Brückenfunktion zwischen Skandinavien und Zentraleuropa wahrnehmen zu können“, sagte Hans-Jörn Arp, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Das Land profitiere durch die Ansiedlung von Unternehmen entlang dieser Routen. „Die CDU fordert 90 Millionen für Infrastrukturprojekte und deren Planung – natürlich werden die Regierungsfraktionen das ablehnen, weil sie lieber Froschteiche kartieren und Urwald ausweisen“, so Arp.

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Ein Artikel von
Günter Schellhase
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